Sterbliche Überreste: Tote Schweizer Geisel in Mali wird in die Schweiz überführt
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Sterbliche ÜberresteTote Schweizer Geisel in Mali wird in die Schweiz überführt

Die sterblichen Überreste einer in Mali getöteten Schweizer Geisel sind identifiziert. Der Leichnam der Schweizerin soll nach der Freigabe durch die malischen Behörden in die Schweiz überführt werden.

von
Marcel Urech
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Beatrice S. wurde in Mali von Terroristen getötet. Anfang 2016 wurde sie von ihren Entführern in einem Video vorgeführt.

Beatrice S. wurde in Mali von Terroristen getötet. Anfang 2016 wurde sie von ihren Entführern in einem Video vorgeführt.

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Darum gehts

  • «Wir haben die traurige Gewissheit, dass die ehemalige Geisel tot ist», sagt Bundesrat Ignazio Cassis.

  • Er meint damit Beatrice S., die Terroristen vor über vier Jahren in Mali entführten.

  • Den Beweis erbrachte eine DNA-Probe, die auch in der Schweiz untersucht wurde.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten schreibt in einer Medienmitteilung, dass die sterblichen Überreste der in Mali getöteten Schweizer Geisel gefunden und identifiziert sind. Die Leiche soll so rasch als möglich in die Schweiz überführt werden. Bundesrat Cassis habe sich bei seinem Besuch in Mali im Februar 2021 auf höchster Ebene für eine Lösung dieses Falls eingesetzt.

Entnahme von DNA-Material

Im Oktober des letzten Jahres wurde bekannt, dass die dschihadistische Terrororganisation Jama’at Nusrat Al-Islam wal Muslimin (JNIM) eine in Mali entführte Schweizerin getötet haben soll. Die Schweizer Behörden setzten sich dafür ein, Informationen über die Umstände der Tötung und den Verbleib der sterblichen Überreste zu erhalten. Vor einigen Tagen haben die malischen Behörden die Schweiz darüber informiert, dass ihnen die sterblichen Überreste einer Person übergeben wurden – mutmasslich jene der Schweizer Geisel.

Die malischen Behörden ordneten die Entnahme von DNA-Material an. Die Proben wurden anschliessend für weitere Untersuchungen via schweizerische Vertretung in Bamako in die Schweiz transportiert. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich hat nun bestätigt, dass es sich beim untersuchten Material um die DNA der ehemaligen Schweizer Geisel handelt.

«Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass die ehemalige Geisel tot ist», zeigt sich Bundesrat Ignazio Cassis betroffen. «Gleichzeitig bin ich erleichtert, dass dieser Fall kurz nach meinem Besuch in Mali gelöst werden konnte und wir der Familie die sterblichen Überreste nun zurückgeben können. Der Familie drücke ich mein tiefes Beileid aus. Zudem möchte ich den malischen Behörden für deren Unterstützung im Rahmen der Leichenidentifikation danken.»

Leichnam kommt in die Schweiz

Der Leichnam der Schweizerin wird nach Freigabe durch die malischen Behörden in die Schweiz überführt. Die sterblichen Überreste werden der Familie übergeben. Zu den Einzelheiten äussert sich das EDA aus Datenschutzgründen und angesichts des laufenden Strafverfahrens nicht.

Die Schweizer Behörden hatten in den letzten Monaten von den malischen Behörden mehrmals die Übergabe der sterblichen Überreste sowie die Aufklärung der Todesumstände gefordert. Cassis thematisierte den Fall im Gespräch auf höchster Regierungsebene im Rahmen seines Besuchs in Mali im Februar 2021. Die interdepartementale Task Force arbeitet nach wie vor daran und steht in Kontakt mit der Familie und den malischen Behörden. Sie umfasst Vertreterinnen und Vertreter des EDA, des Bundesamtes für Polizei, des Nachrichtendiensts des Bundes und der Bundesanwaltschaft.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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