Schwäbisch Hall: Geht in diesem Dorf ein Serienmörder um?

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3600 EinwohnerTote Seniorinnen – geht in Schwäbisch Hall ein Serienmörder um?

Im baden-württembergischen Städtchen wurde am Mittwoch eine tote Rentnerin in ihrer Wohnung gefunden. Es ist in dem Ort bereits der derartige dritte Mord an einer betagten Frau.

von
Konstantin Furrer
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Die Angst vor einem Serienmörder in Schwäbisch Hall ist gross.

Die Angst vor einem Serienmörder in Schwäbisch Hall ist gross.

IMAGO/Panthermedia
In ein bisschen mehr als zwei Jahren wurden drei Rentnerinnen umgebracht.

In ein bisschen mehr als zwei Jahren wurden drei Rentnerinnen umgebracht.

IMAGO/blickwinkel
Am Mittwoch wurde erneut eine getötete Rentnerin gefunden.

Am Mittwoch wurde erneut eine getötete Rentnerin gefunden.

IMAGO/Aviation-Stock

Darum gehts

  • In einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg geschehen auffällig viele Morde.

  • Am Mittwoch wurde erneut eine getötete Rentnerin gefunden.

  • Es ist bereits der dritte Mord an einer Rentnerin.

In Michelbach an der Bilz im Landkreis Schwäbisch Hall geht die Angst vor einem Serienmörder um. Am Mittwoch wurde in dem kleinen Dorf im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs erneut eine getötete Rentnerin entdeckt. Die 89-jährige Frau lag tot in ihrer Wohnung. Eine erste Obduktion bestätigte die Vermutung: Es handelt sich um ein Tötungsdelikt.

Bereits am 23. Dezember 2022 wurde eine 77-jährige Frau tot in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gefunden. Am 14. Oktober 2020 wurde, weniger als 200 Meter entfernt, die Brauerei-Erbin Elfriede Huchler getötet. Auch sie lag leblos in ihrer Wohnung.

Die Polizei suchte im Zusammenhang mit dem Mord an der Brauerei-Erbin nach einer Frau mit «auffallend rotem Lippenstift», die als Tatverdächtige infrage kommt. Bisher konnte die Polizei aber noch keinen Fahndungserfolg verbuchen.

«Unübliche Häufung an Tötungsdelikten»

Nach dem neuerlichen Tötungsdelikt am Mittwoch rät die Polizei älteren Menschen dringend zur Vorsicht. Die Befürchtung, dass ein Serienmörder es auf ältere Frauen abgesehen hat, steht im Raum. «Eine derarti­ge Häufung an Tötungsdelikten ist in diesem ländlich geprägten Raum nicht üblich», sagt der zuständige Oberstaatsanwalt Harald Lustig zu «Bild».

Wegen der Mordserie wird nun die Sonderkommission auf 75 Ermittler aufgestockt, wie die «Südwestpresse» berichtet. «Ich glaube, dass der Mörder seine gehbehinderten Opfer an Supermärkten ausspioniert», sagt der Bruder der getöteten 89-jährigen Frau zu «Bild». Er selbst geriet auch ins Visier der Ermittler. «Ob ich Zwistigkeiten mit meiner Schwester gehabt hätte, fragten sie mich. Die sollten sich eher fragen, ob es nicht in allen drei Fällen der gleiche Täter war», so der Bruder.

Die Verunsicherung im Dorf ist gross. «Hier kennt man sich doch und sagt ‹Grüss Gott›», so die Nachbarin, die die Leiche am Mittwoch fand. Die Polizei erhöht nun die Präsenz im Dorf und führe «verstärkt Streifenkontrollen durch, um das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger dort zu erhöhen», so eine Polizeisprecherin.

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