Terror in Indien: Tote und Verletzte bei Explosionsserie
Aktualisiert

Terror in IndienTote und Verletzte bei Explosionsserie

Bei einer offensichtlich genauestens koordinierten Serie von Bombenanschlägen sind in der westindischen Stadt Ahmedabad mindestens 45 Menschen getötet worden. 110 Menschen hätten Verletzungen erlitten, teilte die Polizei im Unionsstaat Gujarat mit. Zu den mindestens 16 Explosionen am Samstag bekannte sich eine bislang kaum bekannte muslimische Gruppe, die Indischen Mudschaheddin.

Dem Sender CNN-IBN zufolge wurden 30 Verdächtige festgenommen. Die Täter hatten zahlreiche der vermutlich auf Fahrrädern angebrachten Sprengsätze gegen 18 Uhr Ortszeit mitten in verschiedenen Märkten gezündet, auf denen zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Menschen unterwegs waren. Das teilte der Entwicklungsminister des Bundesstaates Gujarat, Nitin Pastel, mit. Nach Behördenangaben waren die Bomben mit Metallteilen bestückt.

Einige Explosionen gab es nach Angaben der Behörden auch vor Spitälern, in denen Verletzte behandelt werden sollten. Dies spreche für einen detailliert geplanten Anschlag. Durch die Wucht der Detonationen wurde ein Bus zerstört, an umliegenden Häusern gingen Fensterscheiben zu Bruch.

Die Sprengsätze seien alle mit Zeitzündern versehen gewesen und seien innerhalb von 45 Minuten explodiert, hiess es weiter. Die Behörden gingen davon aus, dass die Opferzahlen noch steigen könnten. Bisher habe sich keine militante Gruppierung zu der Tat bekannt.

Regierung spricht von Komplott

Staatspräsidentin Pratibha Patil verurteilte die Gewalt und rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Es gehe jetzt vor allem darum, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Polizei errichtete nach der Bombenserie Strassensperren und kontrollierte in der Innenstadt Fahrzeuge. Zudem wurden zusätzliche Polizeistreifen eingesetzt.

In Neu Delhi sprach der stellvertretende Innenminister von einem Komplott, das Land zu destabilisieren». Die Behörden befürchteten, dass die Bombenserie in Ahmedabad, dem wirtschaftlichen Zentrum des Bundesstaates Gujarat, zu erneuten Spannungen zwischen Hindus und Muslimen führen könnte.

Bereits früher Anschläge

Gujarat war wiederholt Schauplatz blutiger Unruhen. Im Februar 2002 hatten Muslimextremisten dort einen Zug mit Hindupilgern in Brand gesteckt. Das Massaker löste Unruhen aus, bei denen bis zu 3000 Menschen ums Leben kamen, die meisten von ihnen Muslime.

Erst am Freitag waren bei einer Bombenserie in der südindischen Hightech-Metropole Bangalore zwei Menschen getötet und sechs verletzt worden. Insgesamt waren dort nach Angaben der Behörden binnen 15 Minuten acht selbst gebaute Bomben mit schwacher Sprengkraft detoniert. (sda)

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