Georgien: Tote und Verletzte bei Minenexplosion
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GeorgienTote und Verletzte bei Minenexplosion

Bei einer Minenexplosion in Georgiens Konfliktzone um die abtrünnige Region Südossetien sind offenbar mindestens zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden.

Die Detonation habe sich am Montag im Dorf Plawi ereignet, als Experten die Mine entschärfen wollten, teilte das Innenministerium in Tiflis laut der Internetagentur Civil Georgia mit. Unter den Verletzten sei auch ein neun Jahre alter Junge, der dem Kommando aus Minenräumern und Polizisten bei der Arbeit zugesehen habe.

In der Region herrscht drei Monate nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien ein brüchiger Waffenstillstand.

In dem Dorf in der Nähe der südossetischen Hauptstadt Zchinwali soll kurz vor dem Vorfall laut georgischen Angaben ein unbemanntes russisches Aufklärungsflugzeug - eine Drohne - abgestürzt sein.

Laut der Nachrichtenagentur AFP stürzte die Drohne nach Verletzung des georgischen Luftraums ab und explodierte. Dabei wurden - ebenfalls nach Angaben des Innenministeriums in Tiflis - zwei georgische Polizisten getötet.

Das russische Verteidigungsministerium dementierte die Angaben und sprach von einer «neuerlichen Provokation», wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete.

EU verurteilt Zwischenfälle

Die EU-Ratspräsidentschaft verurteilte am Montag die «Zunahme der Zwischenfälle in Georgien» mit mehreren Toten und äusserte «ihre Sorge über die Sicherheit der internationalen Beobachter». Die Gefährdung der Beobachter könne nicht hingenommen werden, hiess es. Die EU-Ratspräsidentschaft rief alle Beteiligten auf, die Abkommen über die Waffenruhe einzuhalten.

Vertreter der EU-Beobachtermission in Georgien wurden nach eigenen Angaben vom Sonntag nahe der Grenze zur abtrünnigen Region Abchasien beschossen worden.

Während ihrer Ermittlungen zum Tod eines georgischen Polizisten seien mehrere Schüsse gefallen, einige hätten die EU-Vertreter nur knapp verfehlt, hatte die EU-Mission mitgeteilt. Nach ihren Angaben war unklar, ob die Schüsse tatsächlich dem Beobachterteam galten. Doch sei der Zwischenfall «nicht hinnehmbar».

Die EU-Beobachter wachen über die Einhaltung des Waffenstillstands, der nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien um die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien im August vermittelt worden war. Russland hat die beiden Regionen inzwischen als unabhängige Staaten anerkannt.

(sda)

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