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FlugzeugunglückTote und Verletzte nach Notlandung im Iran

Bei einer Notlandung in Mesched krachte eine Maschine der Fluggesellschaft Arya in eine Mauer. Der Bug wurde völlig zerfetzt - Piloten, Flugbegleiter und die Passagiere in den vorderen Reihen hatten keine Chance: 17 Personen wurden beim Crash getötet, Dutzende verletzt.

Das Unglück passierte um 15.40 Uhr MESZ. Die Iljuschin 62M der privaten Fluggesellschaft Arya mit 153 Passagieren an Bord fing am Freitag bei der Landung in Mesched Feuer. Das iranische Fernsehen zeigte Bilder von einem völlig zerfetzten Cockpit. Der übrige Rumpf war kaum beschädigt. Augenzeugen berichteten, dass nach dem Aufsetzen der Maschine Funken sprühten und dann Flammen aus dem Hauptfahrwerk schlugen.

Über die Opferzahlen gibt es unterschiedliche Angaben. Vize-Transportminister Ahmad Madschidi sprach nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA von 17 Toten und mehr als 40 Verletzen. Ein Sprecher der Provinzregierung gab an, mindestens 16 Menschen seien gestorben und mehr als 25 verletzt worden.

Nach iranischen Medienberichten sind unter den Toten die Piloten sowie Flugbegleiter und Passagiere aus den vorderen drei Reihen. Unter den Opfern sei auch der Manager von Arya Airlines, hiess es.

Über Rollbahn in Mauer gerast

Vize-Transportminister Ahmad Madschidi sagte, Cockpit und Reifen des vierstrahligen Flugzeugs seien in Brand geraten. Die Maschine sei dann über die Rollbahn hinaus in eine Mauer gerast. Auf den Fernsehbildern war allerdings keine Mauer zu sehen.

Die Ursache des Unglücks ist unklar. Die Maschine mit der Flugnummer IRX-1520 war planmässig in Teheran gestartet und sollte in Mesched landen. Der Flughafen wurde nach dem Unglück geschlossen, deshalb konnte ein Untersuchungsteam der Luftfahrtbehörde aus dem 850 Kilometer entfernten Teheran zunächst nicht anreisen. Mesched ist die Hauptstadt der Provinz Chorasan die zweitgrösste Stadt im Iran und liegt im Nordosten des Landes.

Regierung macht Sanktionen verantwortlich

Erst vor zwei Wochen waren am am 15. Juli beim Absturz eines Passagierflugzeuges im Iran 168 Menschen ums Leben gekommen. Auch diese Maschine stammte aus Russland. Die Tupolew 154 der Caspian Airlines war auf dem Weg nach Eriwan kurz nach dem Start in Teheran abgestürzt. Die Ursache des Absturzes ist noch unklar.

Beim bislang schwersten Flugzeugunglück im Iran wurden im Februar 2003 alle 302 Insassen getötet, überwiegend Mitglieder der Revolutionsgarden. Damals stürzte eine Iljuschin 76 im Südosten des Landes ab. In den vergangenen Jahren sind bei Flugzeug-Unglücken im Iran Hunderte von Menschen ums Leben gekommen.

Die Regierung führt die Probleme in der Luftfahrt auf westliche Sanktionen gegen das islamische Land zurück. Neue Maschinen würden dem Land nicht verkauft, auch bekomme der Iran keine Ersatzteile für die alten Flugzeuge. Beobachtern zufolge trifft dies allerdings kaum auf Maschinen russischer Bauart zu. Sie verweisen auf eine unzureichende Wartung der Flugzeuge. (sda/dapd)

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