Leichen für Kinder: «Tote zu betrachten ist total daneben»
Aktualisiert

Leichen für Kinder«Tote zu betrachten ist total daneben»

Der Schwyzer Theologe, der seinen Schüler eine Leiche zeigte, stösst auf Kritik. Leser von 20 Minuten Online lassen ihrem Ärger freien Lauf.

von
Daniela Gigor
In dieser Kapelle wurde den Drittklässlern die Tote gezeigt.

In dieser Kapelle wurde den Drittklässlern die Tote gezeigt.

Fast 300 Leser haben sich auf 20 Minuten Online zum Artikel über den Pastoralassistenten von Immensee geäussert, der Drittklässlern im Religionsunterricht eine tote Frau zeigte. Rund die Hälfte der Kommentare fallen positiv für den Theologen Martin Weick aus. So schreibt etwa Luka Sommer stellvertretend für viele andere Leser: «Ich gratuliere dem Pfarrer, dass er den Mut hatte, ein solch wichtiges Thema den Kindern näherzubringen. Hier in der Schweiz wird der Tod komplett ausgeblendet und versteckt.»

Andere Kommentare weisen auf den Besuch der Ausstellung «Körperwelten» hin und fragen, ob die Kinder danach geschockt ¬gewesen seien. Ein Flüchtling beschreibt das «bare Grauen» im Krieg und den Anblick von Toten und Verstümmelten. Sein Fazit: «Und hier macht man ein Aufsehen um eine mit Blumen aufgebahrte Leiche.»

Mit Weick hart ins Gericht gehen aber andere Leser. So schreibt etwa eine Mutter: «Er kann Abdankungshalle und Friedhof besuchen, aber Tote zu betrachten ist total daneben.» Caterina Steiner findet den Besuch in der Aufbahrungshalle einfach «ungeheuerlich». Sie schreibt, es reiche wohl nicht, dass ganze Familien fast genötigt würden, an den unzähligen Vorbereitungsveranstaltungen für die Erst-Kommunions-Feier der Drittklässler teilzunehmen.

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