Schweden: Toter Bub rührt Ministerin zu Tränen
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SchwedenToter Bub rührt Ministerin zu Tränen

Auch gestandene Politiker erschüttern die Bilder des Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi. Die Aussenministerin Schwedens übermannten am Fernsehen die Emotionen.

Ringt im Fernsehstudio angesichts des Flüchtlingselends um die Fassung: Margot Wallström auf SVT.(Video: SVT)

Das Foto des toten syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi an einem Strand im türksichen Bodrum hat die schwedische Aussenministerin Margot Wallström zu Tränen gerührt. Wallström war am Donnerstagabend zu Gast bei einem Themenabend des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders SVT zur aktuellen Flüchtlingskrise.

Dabei wurde auch ein Beitrag über den dreijährigen Kurdi gezeigt, dessen Leiche am Mittwoch nach einem Fluchtversuch in einem überfüllten Boot in der Nähe von Bodrum entdeckt worden war. Die Fotos der kleinen Kinderleiche gingen um die Welt und sorgten für Erschütterung.

«Wir müssen für ihn handeln»

Auf Aylans Schicksal angesprochen sagte Wallström, die Fotos lösten in jedem ein Nachdenken über die Flüchtlingskrise aus. «Weil sie ein Gesicht und einen Namen bekommen hat, und eine Geschichte», sagte die schwedische Chefdiplomatin und wischte sich ein paar Tränen weg. «Nicht nur Boote mit Massen von Flüchtlingen, sondern Entsetzen», fügte die Sozialdemokratin hinzu.

Der Tod des Jungen mache deutlich, «dass jetzt wir für ihn handeln müssen und für alle anderen», sagte Wallström. Sie fühle Trauer und «Wut zu sehen, dass so etwas passiert und dass das weitergeht». Wallström kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass andere EU-Länder ähnliche Anstrengungen wie Schweden für die Aufnahme von Flüchtlingen unternehmen. «Andere EU-Länder müssen sich anschliessen und ihre Verantwortung übernehmen. Wir können nicht die ganze Verantwortung übernehmen», forderte Wallström.

Schweden nimmt in der EU mit Deutschland einen Grossteil der Asylbewerber auf. Die EU hat sich bislang nicht auf verbindliche Regeln für eine faire Verteilung der vielen Flüchtlinge einigen können. Aylan war mit seiner Mutter und seinem fünfjährigen Bruder Galip im Mittelmeer ertrunken, als die syrische Familie aus der Türkei in das EU-Land Griechenland flüchten wollte. (afp)

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