Aktualisiert 01.03.2008 17:19

Toter Guerilla-Chef dank Rolex identifiziert

Die Nummer zwei der kolumbianischen Guerillagruppe FARC ist von der Armee getötet worden. Spionageflugzeuge hatten ihn ausfindig gemacht und einen Luftschlag ausgeführt. Die USA hatten fünf Millionen Dollar auf seinen Kopf ausgesetzt.

Verteidigungsminister Juan Manuel Santos bestätigte entsprechende Medienberichte. Raul Reyes sei am Morgen bei einem Luftangriff zusammen mit 16 weiteren Rebellen getötet worden, sagte Santos. Unter den Toten sei ein weiterer FARC-Kommandant, Julián Conrado.

Die Leichen seien von den kolumbianischen Streitkräften sichergestellt worden. Wie es in Medienberichten hiess, wurde der tote Reyes anhand einer Rolex-Uhr, die er angeblich einer Geisel gestohlen hatte, identifiziert.

Auch die USA fahndeten jahrelang nach Raul Reyes, den sie massgeblich für den florierenden Kokainhandel im Land verantwortlich machten. Auf seinen Kopf hatten die USA fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Der Radiosender Caracol hatte unter Berufung auf amtliche Quellen berichtet, Spionageflugzeuge hätten den FARC-Vize mit Hilfe einer abgefangenen Satellitennachricht ausfindig gemacht. Der Luftangriff habe im Bezirk Putumayo an der Grenze zu Ecuador stattgefunden.

Verhandlungen in Gefahr

Reyes war der nach dem FARC-Chef Manuel Marulanda der bekannteste Kommandant der «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» und deren Sprecher. Er hatte die 2002 gescheiterten Friedensverhandlungen mit der Regierung von Andrés Pastrana geführt.

Reyes galt auch als einer der wahrscheinlichsten Nachfolger für Marulanda, der schwer erkrankt sein soll. Der Tod der Nummer zwei dürfte die mit etwa 18 000 Mitgliedern unter Waffen stärkste Rebellengruppe des Landes weiter verhärten.

Verhandlungen über einen Austausch von 40 Militärs, Polizisten und Politikern gegen 500 Rebellen in könnten in noch grössere Ferne rücken. Unter den Geiseln ist die offenbar schwerkranke frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Insgesamt hält die FARC zwischen 700 und 1000 Geiseln fest. (sda)

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