Alarm in Tallinn: Toter nach Schiesserei in Ministerium
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Alarm in TallinnToter nach Schiesserei in Ministerium

In der estnischen Hauptstadt Tallinn hat ein mit Sprengstoff bewaffneter Mann im Verteidigungsministerium das Feuer eröffnet. Er wurde beim Schusswechsel mit Polizisten getötet.

Im estnischen Verteidigungsministerium kam ein Mann bei einer Schiesserei ums Leben.

Im estnischen Verteidigungsministerium kam ein Mann bei einer Schiesserei ums Leben.

Ein mit Sprengstoff bewaffneter Mann hat am Donnerstag im Verteidigungsministerium in Estland das Feuer eröffnet. Polizeisprecher Erik Heldna wies auf einer Pressekonferenz Berichte zurück, wonach der Angreifer versucht habe, Geiseln zu nehmen. Der Mann habe eine Rauchbombe geschleudert, mehrere Schüsse abgegeben und versucht, an zwei Sicherheitsleuten im Empfangsbereich vorbeizukommen, sagte Ministeriumssprecher Hannes Kont. Er wurde bei einem Schusswechsel mit Polizisten getötet.

Hedna erklärte, weitere Opfer habe es nicht gegeben. Über das Motiv des Bewaffneten war zunächst nichts bekannt. Laut Polizei hatte er keine Verbindungen zum Verteidigungsministerium oder den Streitkräften. Er sei polizeibekannt, aber nicht vorbestraft gewesen, sagte Hedna.

Ministerpräsident Andrus Ansip erklärte, der Angreifer habe eine erhebliche Menge Sprengstoff und Munition bei sich gehabt. Verteidigungsminister Mart Laar sagte, Ermittlungen müssten klären, ob der Mann auch von dem norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik beeinflusst worden sei, bei dessen Anschlägen im Juli 77 Menschen getötet wurden. Der Verteidigungsminister befand sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht in dem Gebäude.

Bei dem Täter handelte es sich nach Behördenangaben um einen aus Armenien stammenden Anwalt, der seit Anfang der 90er Jahre die estnische Staatsbürgerschaft hatte. Er war demnach Mitglied einer kleinen linksgerichteten Partei, die nicht im Parlament in Tallinn vertreten ist, wie Ministeriumssprecher Peeter Kuimet mitteilte.

Ein Reporter des Nachrichtenportals «Delfi» berichtete, im Abstand von ungefähr 20 Minuten seien Schüsse gefallen. Zwei Menschen seien aus einem Fenster gesprungen und nach einem weiteren Schuss davon gerannt.

(dapd)

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