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Totes Baby war Knabe und nicht Mädchen

Das vor neun Tagen an einem Waldrand in Bettlach (SO) gefundene tote Baby war entgegen ersten Meldungen ein Knabe. Die Mutter des Kindes ist nach wie vor unbekannt.

Das Institut für Rechtsmedizin (IRM) war zunächst von einem Mädchen ausgegangen, weil es offenbar ein Organ der Leiche falsch interpretierte.

Gemäss einer DNA-Analyse des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) handelt es sich bei der Babyleiche um einen Knaben, wie die Solothurner Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Ursprünglich hiess es, der tote Säugling sei ein Mädchen.

Der Irrtum bei der Geschlechtsbestimmung ist gemäss einer Sprecherin der Solothurner Kantonspolizei auf die durch Tierfrass stark verstümmelte Kindsleiche zurückzuführen. Dadurch sei die Bestimmung des Geschlechts durch Obduktion nicht mehr eindeutig möglich gewesen. Offenbar sei ein Organ vom IRM als Eierstock interpretiert worden, was dazu geführt habe, dass zunächst von einer weiblichen Babyleiche ausgegangen worden sei. Bei dem Organ habe es sich aber in Wirklichkeit um die Blase gehandelt.

Auf Grund der Blutspuren am Fundort konnte inzwischen auch die DNA der Mutter bestimmt werden. Die Mutter konnte aber zunächst nicht gefunden werden. Einige Tage vor dem Fund hätten mehrere Zeugen eine unbekannte Frau mit einem roten Mantel gesehen. Die Frau sei durchnässt und der Mantel stark beschmutzt gewesen. Ob es sich bei ihr um die gesuchte Mutter gehandelt habe, sei ungewiss. Bisher sind in diesem Fall rund zwei Dutzend Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen.

Die DNA-Analyse der Blutspuren der Mutter wird nun auf Übereinstimmung mit der Eidgenössischen DNA-Datenbank hin geprüft. Normalerweise geschieht dies nur, wenn ein Verbrechen vorliegt, wie die Polizeisprecherin weiter sagte. In diesem speziellen Fall erfolge aber eine Überprüfung. Die Polizeisprecherin wies darauf hin, dass beispielsweise nach einer Mutter, die ihr Baby in eine «Babyklappe» lege, nicht aktiv gefahndet werde. (dapd)

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