US-Staat New York: Totgeprügelter Sohn wollte Kirche verlassen
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US-Staat New YorkTotgeprügelter Sohn wollte Kirche verlassen

Zwölf Stunden lang wurde der 19-jährige Lucas L. im US-Staat New York misshandelt. Seine Eltern wurden des Totschlags angeklagt.

von
chk

Vor seinem geplanten Kirchenaustritt ist ein 19-Jähriger im US-Staat New York von den eigenen Eltern totgeprügelt worden. Der Gewaltexzess habe sich während einer Seelsorgesitzung zugetragen, bei der Lucas L. von seinem Vorhaben abgebracht werden sollte, sagten Mitglieder der Word of Life Christian Church im Ort New Hartford vor Gericht aus.

Seinen Eltern wird Totschlag zur Last gelegt, seiner Schwester und drei weiteren Anhängern der Kirche Körperverletzung. Am Ende der Anhörung befand der Richter, dass es genügend Beweise für eine Strafverfolgung gebe.

Zwölfstündiges Martyrium

Die Seelsorgesitzung für Lucas L. und seinen jüngeren Bruder war am vergangenen Sonntag von Mitgliedern der Kirche einberufen worden. Der Polizei zufolge versuchten sie die Opfer zunächst dazu zu bringen, ihre Sünden zu bekennen und um Vergebung zu bitten. Doch dann hätten Mutter und Vater ihren älteren Sohn mit einem Elektrokabel und einer Art Gürtel traktiert, sagten Zeugen aus.

Kirchendiakon Daniel Irwin spähte nach eigenen Angaben durch die Fenstertür in den Altarraum, wo der Junge das mehr als zwölfstündige Martyrium über sich habe ergehen lassen müssen. Er habe geblutet und offenbar Qualen gelitten, sagte Irwin aus.

Bruder geht es besser

Stunden später war der junge Mann nach Behördenangaben tot. Vor Gericht sagte Ermittler Jason Nellis, die Mutter des Opfers habe vor der Polizei ausgesagt, die Gruppe habe sich beim Prügeln abgewechselt und ihren Sohn zu Boden gedrückt. Bruder Christopher überlebte und kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Sein Zustand hat sich inzwischen verbessert.

Die Mutter habe nicht erwartet, dass die «Intervention» derart ausarten würde und hätte sie nicht stoppen können, sagte ihr Anwalt Devin Garramone. Er glaube nicht, dass sie es gewesen sei, die die tödlichen Verletzungen ihres Sohnes verursacht habe. Der Vater der Jungen erklärte die Gewalt mit einer Familienangelegenheit, die nichts mit der Kirche zu tun habe. Die Eltern hätten das nicht gewollt, sagte sein Anwalt Donald Gerace. (chk/dapd)

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