Premier League: Tottenham und das 100-Millionen-Problem

Aktualisiert

Premier LeagueTottenham und das 100-Millionen-Problem

Die Hängepartie um Gareth Bale nimmt kein Ende. Tottenham Hotspur startete ohne den Waliser in die neue Saison.

von
sco

Ein müdes 1:0 gegen Aufsteiger Crystal Palace war das Resultat des Bale-losen Auftritts der Spurs am Sonntag. Noch immer feilschen Real Madrid und die Nord-Londoner über das Preisschild. Real ist bereit, 100 Millionen Euro zu bezahlen, 30 Millionen sofort, den Rest in Raten über fünf Jahre. Tottenham-Präsident Daniel Levy verlangt auch 100 Millionen, aber britische Pfund. Das sind 117 Mio. Euro, davon will er 52 Millionen sofort.

In Madrid soll der walisische Flügel einen «Galactico»-Lohn von 175'000 Euro verdienen – pro Woche! Damit würde Bale zu den Hochlohn-Bezügern Cristiano Ronaldo, Iker Casillas, Sergio Ramos und Xabi Alonso aufsteigen.

Gegen Crystal Palace fehlte der teuerste walisische Fussballspieler aller Zeiten aufgrund einer Verletzung. Nach dem ersten Testspiel der Saison gegen Swindon Town vor einem Monat meldete er sich mit einer Oberschenkelverletzung ab. Gut möglich, dass die Partie gegen den Drittligisten seine letzte für die Spurs war.

Eine One-Man-Show?

In England fragt man sich derweil, ob und wie Tottenham ohne seinen Superstar funktioniert. Sind die «Spurs» eine One-Man-Show? Immerhin wurde der 24-Jährige letzte Saison von der Spielergewerkschaft zum «Player of the Year» und zum «Young Player of the Year» gewählt, auch die Fussball-Journalisten kürten ihn zum Fussballer des Jahres.

Bales Entwicklung vom reinen Flügelspieler, der vor allem von seiner Schnelligkeit lebt, in einen offensiven Allrounder ist bemerkenswert und vielleicht mit seinem zukünftigen Teamkollegen Cristiano Ronaldo zu vergleichen. Bale trifft mit Schüssen aus der Distanz wie mit Kopfbällen aus nächster Nähe und er kreiert Torchancen für seine Mitspieler. Letzte Saison erzielte er in 33 Spielen 22 Tore, keines davon per Elfmeter. Tottenham Hotspur beendete die Saison mit 72 Punkten, was Klubrekord bedeutete. Trotzdem reichte es erneut nicht für die Champions League. Der 4. Platz ging einmal mehr an den Nord-Londoner Rivalen Arsenal.

68 Mio. Euro für vier Neue

Spurs-Manager André Villas-Boas durfte im Sommer kräftig investieren. Für insgesamt 68 Mio. Euro kamen Paulinho, Robert Soldado, Nacer Chadli und Etienne Capoue. «Wir hoffen, dass sie uns auf den nächsten Level heben», sagt Captain Michael Dawson. Der nächste Level wäre die Champions League – mit oder ohne Bale, aber am liebsten unmittelbar vor Arsenal.

Deine Meinung