Aktualisiert 11.06.2008 17:11

Kokain-AffäreTour-Veranstalter laden Boonen aus

Jetzt kostet die Kokainaffäre Tom Boonen auch die Teilnahme an der Tour de France. Tour-Direktor Christian Prudhomme erklärte am Mittwoch, der belgische Sprintstar sei bei seiner Rundfahrt nicht willkommen.

"Sofern die Anschuldigung bestätigt wird, kann Boonen nicht an der Tour teilnehmen", erklärte Prudhomme. "Er ist ein grosser Champion. Aber ein grosser Champion hat auch die Verpflichtung, sich wie ein solcher zu verhalten." Der Tour-Direktor verwies auch auf die Vereinbarung, die der Tour-Veranstalter mit allen Mannschaften geschlossen hat. Boonen habe die Integrität der Tour de France und der von ihr verpflichteten Mannschaften geschädigt.

An einer Pressekonferenz in Wielbeke hatte sich Boonen am Mittwochmorgen für die Probleme entschuldigt, die er verursacht habe. Der 27-Jährige war bei einer Trainingskontrolle am 26. Mai positiv auf Kokain getestet worden. Nach den Regeln des Weltverbandes UCI kann er dafür nicht gesperrt werden, da der Gebrauch der Substanz nur während eines Wettkampfes verboten ist. Strafrechtliche Konsequenzen und eine Sperre drohen aber, wenn Boonen der Besitz grösserer Mengen oder der Handel mit Kokain nachgewiesen wird. Im Dezember war Boonens Freund Tom Vanoppen mit Kokain erwischt worden. Im Verhör nannte der Querfahrer Boonen als seinen Dealer, was dieser später bestritt. Hausdurchsuchungen der belgischen Polizei bei Boonen und seiner Familie sollen ohne Ergebnis geblieben sein.

Trotz des das Ansehen des Radsports schädigenden Verhaltens seines Stars konnte Patrick Lefaevere, Teammanager von Quick Step, eine gute Nachricht verkünden. Nach längerer Ungewissheit hat der Hauptsponsor sein Engagement mit der Sportgruppe um drei Jahre verlängert. Und auch Tom Boonens Vertrag läuft drei Jahre weiter. (si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.