Rettungsaktion Gwächtenhorn BE: Tourenskifahrer stürzt während Abfahrt tief in Gletscherspalte
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Rettungsaktion Gwächtenhorn BETourenskifahrer stürzt während Abfahrt tief in Gletscherspalte

Im Kanton Bern verunglückte ein Wintersportler schwer. Der Mann stürzte über zehn Meter tief in eine Spalte. Nur mit präziser Arbeit konnte er lebend aus der Gletscherspalte befreit werden.

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Der Skitourenfahrer war tief in  eine Gletscherspalte gestürzt.

Der Skitourenfahrer war tief in eine Gletscherspalte gestürzt.

Rega
Ein Bergretter begab sich gesichert in die Gletscherspalte.

Ein Bergretter begab sich gesichert in die Gletscherspalte.

Rega
Mit einem Rettungshelikopter wurde er aus der Gletscherspalte gezogen.

Mit einem Rettungshelikopter wurde er aus der Gletscherspalte gezogen.

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Dramatische Rettungsaktion im Berner Alpenraum. Unterhalb des Gwächtenhorns bahnten sich am Dienstagmittag zwei Skitourenfahrer den Weg Richtung Tal. Einer der beiden verschwand auf rund 3200 Meter über Meer plötzlich von der Bildfläche – via Rega-App alarmierte sein Begleiter sofort die Einsatzzentrale der zuständigen Luftrettung. Eine Rega-Crew machte sich umgehend zusammen mit Bergrettern des SAC sowie einem zweiten Rettungshelikopter für den Materialtransport auf, um das Leben des Verunglückten zu retten. «Er war in eine Gletscherspalte gestürzt, wo er zuerst kopfüber an den Skis hängen blieb, dann tiefer stürzte und sich schliesslich in rund 10 bis 15 Metern Tiefe in der Spalte verklemmte», führt Rega-Sprecherin Corina Zellweger aus.

Der Verunfallte hatte Glück: Durch Zufall stand auf der Basis in Wilderwil BE ein Trainingshelikopter für den Materialtransport bereit, da ein Rega-Nachwuchspilot unter Aufsicht des Fluglehrers zu einem Ausbildungsflug im Gebirge starten sollte.

Zentimetergenaue Teamarbeit

Vor Ort mussten die Retter ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen: Erst nachdem die zwei Bergretter den Spaltenrand gesichert hatten, konnte sich eine Person zum verunfallten Tourenfahrer in die Spalte abseilen. «Dort gelang es ihm trotz engsten Platzverhältnissen, dem Verunfallten das Bergedreieck anzulegen, das für die Evakuation von leichtverletzten Patienten in aufrechter Haltung verwendet wird.» Retter und Verunglückten aus der Spalte zu ziehen, ging nur in Teamarbeit: Der Rettungshelikopter musste vom Piloten exakt an Ort und Stelle gehalten werden, während Rettungssanitäter den Haken der Rettungswinde zentimetergenau in die Spalte hinunter in die Hände des Retters gleiten liessen, so Zellweger. «Nach dem Einhängen im Bergedreieck und Gstältli konnten die beiden schliesslich an der Rettungswinde gemeinsam aus der Spalte geflogen werden.» Auf dem nahegelegenen Sustenlimi konnte die Rega-Notärztin den Skitourenfahrer erstversorgen. Mit leichten Verletzungen und einer Unterkühlung wurde der Mann ins nächste Spital geflogen.

(RC)

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