Bauern: Tourismus wird zum zweiten Standbein
Aktualisiert

BauernTourismus wird zum zweiten Standbein

Schlafen im Stroh oder Esel-Trekking: Agrotourismus ist beliebt – und bringt den Bauern zusätzlich Einnahmen.

von
Désirée Achermann
Sehr beliebt im Agrotourismus ist das Esel-Trekking wie es die Familie Küng aus Benken anbietet.

Sehr beliebt im Agrotourismus ist das Esel-Trekking wie es die Familie Küng aus Benken anbietet.

«Wir spüren bei vielen Besuchern ein Interesse, was Bauern im Alltag tun», sagt Vanessa Gschwend, die an der Olma mit dem Stand Erlebnis Bauernhof präsent ist. Agrotourismus sei ideal, um solche Einblicke in das bäuerliche Leben zu geben. «Zudem können sich Bauern so ein zweites Standbein aufbauen», so Gschwend. Das ist auch für Landwirt Ueli Senn aus Eschenz ein Argument: «Die Verkaufspreise unserer Produkte sinken stetig. Ein Nebenerwerb ist darum hilfreich.» Senn bietet auf seinem Hof Schlafen im Stroh an. «Bei uns steigen vor allem Schulklassen und Touristen aus der Schweiz und Deutschland ab», so Senn. Andere Bauern setzen auf Tiere: «Am besten läuft bei uns Esel-Trekking», sagt Ursula Küng von Küng Trekking in Benken.

Weiterbildung als Hilfe

Als Vermittler zwischen Gästen und Bauern ist der St. Galler Bauernverband (SBV) tätig. «Die Nachfrage nach Agrotourismus-Angeboten steigt besonders von Schulen», sagt die Medienbeauftragte Brigitte Frick. Der SBV fördert den neuen Geschäftszweig: «Wir veranstalten für unsere Mitglieder regelmässig Kurse.» Auch Profi-Touristiker schalten sich nun ein: Appenzellerland Tourismus AI lanciert nächstes Jahr mit dem Landwirtschaftsdepartment eine Arbeitsgruppe. Das Ziel: Agrotourismus soll eine eigene Rubrik im Tourismusangebot des Appenzellerlands werden.

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