Luzern: Tourismus würde unter Burkaverbot leiden
Aktualisiert

LuzernTourismus würde unter Burkaverbot leiden

Immer mehr reiche Touristen aus den Golfstaaten kommen nach Luzern in die Ferien. Ein gefordertes Burkaverbot könnte den Ansturm eindämmen.

von
Katja Schlegel

Sie wohnen in den teuersten Hotels, gehen gerne einkaufen und geben dabei deutlich mehr Geld aus als andere Touristen – Gäste aus den Golfstaaten sind Gold wert. Nur: Viele der Frauen tragen Burkas und verschleiern ihren Kopf damit vollständig. Das stösst auf Widerstand.

«Burkas will ich bei uns nicht haben», sagt CVP-Generalsekretär Reto Nause und unterstützt damit CVP-Prä­sident Christophe Darbellay, der ein landesweites Verbot für Burkas fordert. Dies würde aber den Touristenstrom aus den Golfstaaten deutlich hemmen, ist Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus überzeugt. «Und dieser hat sich seit 2002 verdreifacht», so Gerardi weiter. «Ein Verbot verstösst gegen die Freiheit», sagt ein Tourist aus Kuwait. Er würde die Schweiz im Falle eines Burkaverbots auf jeden Fall nicht wieder besuchen.

Auch Clemens Hunziker, Direktor des Hotels Schweizerhof, ist gegen ein Verbot: «Bei uns machen die arabischen Touristen rund fünf Prozent der Besucher aus.» Die traditionelle Kleidung seiner ­Gäste akzeptiere er natürlich. Und FDP-Fraktionspräsidentin Helen Leumann sagt: «Wir haben eine Religionsfreiheit und müssen die Burka respektieren.»

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