13.02.2019 13:40

No shit Tourist, dieser Robidog ist für dich gedacht!

Weil Kot in der besonderen Erde des Inselparadieses Spoil Islands nicht verrottet, greifen Floridas Umweltbehörden zu einem ungewöhnlichen Mittel.

von
gux
1 / 3
Die Insel der Spoiled-Islands-Gruppe. Weil Besucher nebst Bergen von Abfall auch ihren Kot hinterlassen, ...

Die Insel der Spoiled-Islands-Gruppe. Weil Besucher nebst Bergen von Abfall auch ihren Kot hinterlassen, ...

Wikipedia Commons
... und die besondere Erde diesen nicht kompostiert, landet alles in den Lagunen. Die Folgen: Bakterien, Algen, Fischsterben.

... und die besondere Erde diesen nicht kompostiert, landet alles in den Lagunen. Die Folgen: Bakterien, Algen, Fischsterben.

wmfe.org
Die Umweltschutzbehörde von Florida hat nun auf sechs Inseln solche Dispenser aufgestellt. Sie versorgen die Besucher mit geruchsneutralisierenden Säcken, mit denen der Kot aufgesammelt und aufs Festland mitgenommen werden soll.

Die Umweltschutzbehörde von Florida hat nun auf sechs Inseln solche Dispenser aufgestellt. Sie versorgen die Besucher mit geruchsneutralisierenden Säcken, mit denen der Kot aufgesammelt und aufs Festland mitgenommen werden soll.

Instagram/Irl_aquatic_pres

Vielleicht denken die Besucher der Spoil Islands, der Name der Inselgruppe bei Florida sei Programm. «To spoil» heisst auf Englisch verwöhnen – aber auch verderben oder verschmutzen. Ebendies geschieht auf den naturbelassenen Inseln, die jährlich Tausende Kanufahrer, Picknickende, Fischer und Schwimmer anlocken: Die Touristen hinterlassen Berge von Müll – und ihre Fäkalien.

Denn zur Naturbelassenheit der Inseln gehört eben auch, dass es dort keine Toiletten gibt. Wer muss, tut dies in der freien Natur. Und müssen tun das offensichtlich viele. So viele, dass die Umweltschutzbehörde Floridas sich jetzt dazu gezwungen sah, die Besucher der Insel aufzufordern, ihren Kot nicht mehr zu hinterlassen.

Bei Regen in die Lagune geschwemmt

«Wir haben auf den Spoil Islands ein grosses Problem mit menschlichen Fäkalien», sagt Sprecherin Emily Dark zu «TC Palm». Normalerweise würde der Kot mit der Zeit kompostiert werden. Nicht aber auf Spoil Islands, wo die Erde besonders beschaffen ist. So löst sich der menschliche Dung nicht auf, sondern wird bei Regen in die Lagune geschwemmt.

Die stinkenden Hinterlassenschaften kommen zu all den Zigarettenkippen, Essensverpackungen, Getränkeflaschen und Plastiksäcken dazu, die die Besucher den Inseln mit ihren über 4300 Pflanzen- und Tierarten, darunter sind Delfine und Pelikane, zumuten. «Dieser Müll sorgt nicht nur für Schmutz auf der Insel, sondern kann auch gefährlich für die Tiere werden», sagt Sprecherin Dark.

Obs klappt?

Zeit für einen Korrekturversuch also, der in Form einer Art Robidog daherkommt: Auf sechs Inseln wurden Dispenser aufgestellt, aus denen geruchneutralisierende Plastiksäcke bezogen werden können, wenn die Natur ruft. Wie beim Hund werden darin die Hinterlassenschaften aufgesammelt und – so die Erwartung der Behörde – mitgenommen und auf dem Festland entsorgt.

Ob aber diese sogenannten WAG-Bags die Lösung für den Kotüberschuss sein werden oder ob sie das Abfallproblem gar noch verschärfen, sei dahingestellt. Vielleicht kommt man für die Spoil Islands nicht darum herum, doch noch Abfallkübel aufzustellen, die regelmässig geleert werden müssen. Bislang aber bleibt es beim Aufruf der Umweltschutzbehörde: Hört auf, auf den Inseln zu sch***n!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.