Sightseeing: Touristen entdecken Zürich neu paddelnd

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SightseeingTouristen entdecken Zürich neu paddelnd

Auf einem Brett stehend zu paddeln boomt diesen Sommer rund um den Zürichsee enorm: Nun bietet Zürich Tourismus sogar Stadtführungen auf dem Wasser an.

von
Annette Hirschberg

Vor zwei Jahren galt Stand-up-Paddling (SUP) noch als Randsportart für ein paar Wasserverrückte. Nun ist das stehende Paddeln auf dem Weg zum Breitensport. «Die Nachfrage hat sich innert einem Jahr verdoppelt», sagt Kursanbieter Lukas Fischer von Supkultur am Seebad Utoquai. Und: Wer es einmal probiert habe, komme immer wieder. «Weil es leicht zu erlernen ist und Spass macht», so Fischer.

Entsprechend schiessen SUP-Schulen rund um den Zürichsee wie Pilze aus dem Boden. Zudem gibt es immer mehr spezialisierte Angebote. «Von Einsteigerlektionen über Yoga auf dem Brett bis Vollmondausfahrten und Technikkurse gibt es alles», sagt Maurus Strobel, der im Seebad Enge SUP-Kurse anbietet. Andere wie Supswiss beim GZ Wollishofen haben auch Erlebnisausflüge auf dem Programm. So kann man etwa an der Street Parade parallel zu den Love Mobiles durchs Wasser paddeln und dabei auf dem Brett tanzen.

Auch bei schlechtem Wetter

Sogar Zürich Tourismus hat den Trendsport entdeckt: «Zwei Touren, eine auf dem Zürichsee und eine am Schanzengraben sind in Planung», bestätigt Christian Trottmann, Sprecher von Zürich Tourismus. So könnten Gäste auf andere Art die Stadt erleben. Zudem sei SUP dank Neoprenanzügen ein Sport, den man auch bei eher schlechtem Wetter ausüben könne.

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«Gefahrenherd wird grösser»

Mit dem Stand-up-Paddeln (SUP) gibts zusätzliche Seebenützer – das freut nicht alle: «Speziell im Zürcher Seebecken vergrössert dies den Gefahrenherd», sagt Conny Hürlimann, Sprecherin der Zürichsee Schifffahrt. Zudem hätten SUP-Sportler kaum nautische Kenntnisse und wüssten beispielsweise oft nicht, dass Kursschiffe Vortritt und einen langen Bremsweg haben. Anders die Seepolizei: «Die Paddler sind kein Problem», sagt Sprecher Beat Jost. Wichtig sei aber, dass jedes Brett mit einer Adresse versehen sei. «Für den Fall, dass eines führerlos auf dem See treibt», so Jost. (ann)

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