Palpuogna-See: Touristen fällen Bäume, um zu grillieren

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Palpuogna-SeeTouristen fällen Bäume, um zu grillieren

Durch Instagram wurde der Palpuogna-See im Albulatal zum Touristen-Magnet. Für die Gemeinde wird dies zum Problem. Ein Ranger soll helfen.

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mig
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Leute fällen am Palpuogna-See Bäume, um an Grillholz zu kommen.

Leute fällen am Palpuogna-See Bäume, um an Grillholz zu kommen.

Keystone/Arno Balzarini
Dabei hat es laut dem Gemeindepräsidenten von Bergün Filisur extra Grillholz zur freien Benützung.

Dabei hat es laut dem Gemeindepräsidenten von Bergün Filisur extra Grillholz zur freien Benützung.

Keystone/Arno Balzarini
Dennoch wird die Natur um den See belastet.

Dennoch wird die Natur um den See belastet.

Keystone/Arno Balzarini

Auf Instagram gibt es unter dem Hashtag #palpuognasee weit über tausend Bilder. Die meisten davon zeigen die idyllische Landschaft, das türkisleuchtende Wasser oder die spitzigen Bergkuppen gleich hinter dem See. Doch es gibt auch eine Kehrseite. Das Ausflugsziel wird bei Touristen immer wie beliebter. Das spürt nicht nur die Natur, sondern auch die Gemeinde Bergün Filisur.

Alarmglocken läuten

Der Gemeindepräsident von Bergün Filisur Luzi Schutz sagt: «Es hat bei dem See sehr sensiblen Naturraum. Das Moor oder die Wiesen leiden unter den vielen Leuten.» Wie viele Leute an Spitzentagen an den Palpuogna-See pilgern, weiss Schutz nicht. Er schätzt, dass es bis zu tausend sind. Unter anderem um die genaue Besucherzahlen herauszufinden, wird nun ein Ranger eingesetzt wie das Regionaljournal Graubünden von SRF berichtet. Dieser beginnt diese Woche mit seinem Einsatz. Es ist ein Pilotprojekt. Insgesamt soll der Mann im September und Oktober während rund 15 Tagen vor Ort sein.

Neben der Zählung der Besucher hat der Ranger weitere Aufgaben. Er soll den Touristen die gesamte Region näher bringen und spannende Geschichten erzählen. Zudem soll er dafür sorgen, dass die Natur weniger belastet wird. Aktuell ist die Situation prekär, wie Schutz unterstreicht: «Die Leute fällen Bäume, um an Grillholz zu kommen, oder verrichten ihr Geschäft im Wald.» Entsprechend bleibe auch benutztes WC-Papier in der Umgebung des Sees liegen, so der Gemeindepräsident weiter.

Lösungen müssen her

Immer öfters gebe es deshalb Reklamationen aus der Bevölkerung. Kürzlich blieb sogar eine Matratze und ein Kissen liegen. Für am meisten Kopfschütteln sorgt aber die WC- und die Parkplatzsituation, so Schutz. Er sagt: «Die Autos stehen kreuz und quer an der Strasse.» So könne es nicht weitergehen und es brauche dringend öffentliche Toiletten bei dem beliebten Ausflugsziel.

Das Budget für das Pilotprojekt liegt zwischen 10'000 und 15'000 Franken. Nebst dem Ranger sollen auch Infrarotkameras eingesetzt werden. Es gehe darum, vorbereitet zu sein, falls noch mehr Leute kommen. «Wir wollen ein Handbuch zur Regulation erstellen», sagt Schütz. «Bisher haben wie das punktuell entschieden. Nun soll es klare Regeln geben.» Schliesslich soll der See beliebt bleiben, nur soll der Landschaft mehr Acht gegeben werden.

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