31.05.2019 16:25

Bootsunglück in Budapest

«Touristen in der Kabine hatten keine Chance»

Nach dem Bootsunglück mit sieben Toten in Budapest wird immer noch nach Opfern gesucht. Überlebende und Zeugen erzählen, wie sie das Drama erlebt haben.

von
woz
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So sieht das Schiff zwei Wochen nach dem Unglück aus.

So sieht das Schiff zwei Wochen nach dem Unglück aus.

Getty Images/Laszlo Balogh
Die Bergungsarbeiten haben begonnen.

Die Bergungsarbeiten haben begonnen.

AP/Darko Bandic
Sie sollen ungefähr sechs Stunden dauern.

Sie sollen ungefähr sechs Stunden dauern.

Getty Images/Laszlo Balogh

«Wir waren auf unseren Balkonen, als wir die Leute im Wasser sahen, die um Hilfe schrien», sagt Ginger Brinton (66) zur Nachrichtenagentur AFP. Die amerikanische Touristin war auf dem Kreuzfahrtschiff «Viking Sigyn», als es auf der Donau in Budapest zum Todesdrama kam.

«Wir haben keinen Aufprall gespürt (...) Wir haben nur die Leute im Wasser gesehen. Es war schrecklich», sagt Brinton. «Ich habe niemanden wieder auftauchen sehen», fügt Clay Findley (62), ebenfalls ein Tourist aus den USA, mit Tränen in den Augen an.

«Alle fielen ins Wasser»

Nur sieben Personen, die sich auf dem Touristenboot befunden hatten, konnten gerettet werden. Eine von ihnen ist Jung, eine 31-jährige Frau. «Die Strömung war stark und riss die Menschen mit», sagt sie zur Nachrichtenagentur Yonhap. Jung konnte sich an eine Rettungsboje klammern und hat so überlebt.

Yoon, eine weitere Überlebende, schildert, wie das Boot innert Sekunden gesunken ist. Alle an Deck seien ins Wasser gefallen. Rund zehn Personen hätten sich jedoch in der Kabine befunden. «Sie hatten keine Chance», so Yoon.

Sechsjährige vermisst

Wie die Polizei mitgeteilt hat, halfen Zivilisten bei der Rettung, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren. Die Überlebenden kritisieren, dass es zu lange dauerte, bis die Retter zur Stelle waren.

Der Einsatz auf der Donau ist immer noch im Gang. Bislang konnte auch das gesunkene Boot nicht geborgen werden.

Auf dem Boot befanden sich 33 Touristen aus Südkorea und zwei Besatzungsmitglieder. Sieben Personen starben, sieben weitere konnten gerettet werden, die anderen werden vermisst. Unter den Vermissten ist auch ein sechsjähriges Mädchen, das mit seiner Mutter und den Grosseltern auf Reisen war.

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