Aktualisiert 29.09.2009 19:40

Sydney

Touristen-Kot killte seltene Krabbenart

Auf dem Ayers Rock in Australien starb eine seltene Krabbenart aus – weil tausende Touristen durch ihre Fäkalien das Wasser verunreinigt hatten.

Die Hinterlassenschaften von Touristen haben in Australien offenbar eine seltene Krabbenart auf dem berühmten Ayers Rock ausgerottet. Das sagte der Wissenschaftler Brian Timms gestern im australischen Radio. Die Krabbenart der Familie Branchinella sei bereits seit den 1970er Jahren nicht mehr gesichtet worden.

Die Krabben, die in den vielen Pfützen auf dem auch als Ayers Rock bekannten Uluru-Felsen in Australien lebten, fielen höchstwahrscheinlich dem Tourismus zum Opfer. «Die Leute, die auf den Felsen steigen, beeinflussen die Tiere in den Pfützen irgendwie – vermutlich, indem sie auf den Fels pinkeln und dort ihr Geschäft verrichten», sagt Timms. Tour-Organisatoren berichten, dass Besucher beim anstrengenden Aufstieg auf den Uluru häufig von einem menschlichen Bedürfnis überrascht würden. WC-Häuschen gibt es auf dem Felsen aber keine. Die meisten Touristen tragen deshalb eine Rolle Toilettenpapier bei sich.

Das Fäkalien-Problem könnte sich jedoch bald nicht mehr stellen: Australien diskutiert über ein Aufstiegsverbot für Touristen auf den Uluru, der von Ureinwohnern als heilig verehrt wird.

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