Steigende Visaanträge: Touristen meiden «Unruhe-Länder»
Aktualisiert

Steigende VisaanträgeTouristen meiden «Unruhe-Länder»

Die Zahl der Touristen aus China, Indien oder Russland explodiert – und überfordert die
Visa-Stellen. Nun rüstet der Bund die Botschaften der Schwellenländer auf.

von
Lorenz Hanselmann
Mehr asiatische Touristen besuchen die Schweiz (hier Luzern). Foto: key

Mehr asiatische Touristen besuchen die Schweiz (hier Luzern). Foto: key

Mehr als 1,3 Millionen Mal übernachteten Inder, Chinesen und Russen letztes Jahr in der Schweiz – ein Plus von über 70 Prozent gegenüber 2005. Und es werden immer mehr: Zwischen Januar und September ist die Zahl der Logiernächte von Chinesen um 41,3 Prozent und jene von Indern um 20,8 Prozent gestiegen. Die Folge: Die Schweizer Botschaften in diesen Ländern werden mit Anfragen überschwemmt.

Laut dem Bundesrat ist die Zahl der Visa-Anträge in den letzten paar Monaten «beträchtlich gestiegen». Grund dafür sei auch der arabische Frühling, Fukushima und die Naturkatastrophen in Australien. Statt nach Japan oder Tunesien reisten Chinesen, Araber oder Russen seither in die Schweiz.

Nun stockt der Bundesrat das Personal der Botschaften in den Schwellenländern auf. Damit reagiert er auf die Kritik, der Tourismus habe wegen der Visa-Misere Einbussen von 10 bis 15 Prozent in Indien und 5 Prozent in China hinnehmen müssen – während der Bund gleichzeitig Millionen in Marketing und Impulsprogramme steckte.

Für die Tourismusindustrie kommt die Massnahme wie ­gerufen: Sie helfe, «die Effekte des starken Frankens im Sommer in der Schweiz abzufedern», so Véronique Kanel von Schweiz Tourismus. Denn Gäste aus den Golfstaaten, China und Russland geben in der Schweiz laut Berechnungen mit Abstand am meisten Geld aus. Ab ­Anfang 2012 wird Schweiz Tourismus nun die Aktivitäten unter anderem in den Schwellenländern verstärken.

«Asiaten werden mehr Visa brauchen» Herr Perren, rüstet die Schweiz die Botschaften zu spät auf? Marcel Perren*: Nein, es ist sehr erfreulich, dass sie es nun tut. Wir haben durch die Engpässe auf den Botschaften bereits Gäste verloren, weil diese auf ihre Visa zu lange warten mussten.

«Asiaten werden mehr Visa brauchen» Herr Perren, rüstet die Schweiz die Botschaften zu spät auf? Marcel Perren*: Nein, es ist sehr erfreulich, dass sie es nun tut. Wir haben durch die Engpässe auf den Botschaften bereits Gäste verloren, weil diese auf ihre Visa zu lange warten mussten.

«Asiaten werden mehr Visa brauchen» Herr Perren, rüstet die Schweiz die Botschaften zu spät auf? Marcel Perren*: Nein, es ist sehr erfreulich, dass sie es nun tut. Wir haben durch die Engpässe auf den Botschaften bereits Gäste verloren, weil diese auf ihre Visa zu lange warten mussten.

«Asiaten werden mehr Visa brauchen» Herr Perren, rüstet die Schweiz die Botschaften zu spät auf? Marcel Perren*: Nein, es ist sehr erfreulich, dass sie es nun tut. Wir haben durch die Engpässe auf den Botschaften bereits Gäste verloren, weil diese auf ihre Visa zu lange warten mussten.

Retten die Chinesen, Russen und Inder das Tourismus-Jahr?

Nicht überall. Aber in der Region Luzern hat der Zuwachs beim asiatischen Markt den Rückgang aus Europa und den USA teilweise wettgemacht. Bei Europareisen ist bei diesen Gästen der starke Franken weniger relevant. Sie sehen die Schweiz als eine Art Freizeitpark mit wunderschöner Na­­­­­tur und guten Shoppingmöglichkeiten.

Was kann man tun, damit noch mehr Touristen aus diesen Ländern kommen?

Der Bund ist im Visabereich weiterhin gefordert. Da die Swiss ab Feb­ruar einen Direktflug nach Peking anbietet, werden noch mehr Asiaten ein Visa brauchen. Zudem sehen wir vor ­allem in Südostasien und ­Brasilien ein grosses Wachstumspotenzial. hal

*Marcel Perren ist Direktor von Luzern Tourismus

*Marcel Perren ist Direktor von Luzern Tourismus

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