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Ferien daheimTouristiker erwarten Run auf Schweizer Badeseen

Obwohl ausländische Gäste wegbleiben, gibt es für die Schweizer Tourismusbranche Grund zum Optimismus: Schweizer dürften massenhaft hierzulande Ferien machen.

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Weil Schweizer dieses Jahr die Sommerferien mehr in der Schweiz verbringen werden, dürften Seeregionen und Campingplätze einen Boom erleben.

Weil Schweizer dieses Jahr die Sommerferien mehr in der Schweiz verbringen werden, dürften Seeregionen und Campingplätze einen Boom erleben.

Keystone/Ennio Leanza
Viele Urlauber werden vollen Campingplätzen aber lieber fernbleiben.

Viele Urlauber werden vollen Campingplätzen aber lieber fernbleiben.

tcs Camping
Für sie gibt es attraktive Alternativen: Gerade Bergregionen könnten wegen dem vielen Platz, den sie bieten, einen Boom erleben. (Im Bild: Das Savognin)

Für sie gibt es attraktive Alternativen: Gerade Bergregionen könnten wegen dem vielen Platz, den sie bieten, einen Boom erleben. (Im Bild: Das Savognin)

Keystone/Arno Balzarini

Partyferien auf Mallorca, Entspannen in der Toscana: Daraus wird dieses Jahr eher nichts. Auslandferien sind für Schweizerinnen und Schweizer diesen Sommer wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

Das ist ein Lichtblick die inländische Tourismusindustrie. Sie dürfte davon profitieren, dass den Menschen trotz Corona die Reiselust nicht vergangen ist. Im Gegenteil: «Nach der wochenlangen Isolation ist das Bedürfnis nach Urlaubsreisen, einem Gegenalltag, besonders gross. Viele Leute sehnen sich nach einem Tapetenwechsel, einem Gegenalltag. Und natürlich nach traditionellen «Badeferien», sagt Monika Bandi im Interview mit «watson». Bandi ist Co-Leiterin der Forschungsstelle Tourismus an der Uni Bern.

Bergregionen profitieren

«Campingplätze werden in den nächsten Monaten wohl sehr beliebt und teils voll sein» sagt Bandi. Neben einem Run auf die Seeregionen für Badeferien sei aber auch zu erwarten, dass eher abgelegene Orte einen Boom erfahren. Was früher ein Manko gewesen sei, erweise sich nun als grosser Vorteil. Denn je mehr Distanz zwischen den Menschen möglich sei, «desto wohler dürften sich einige Gäste diesen Sommer fühlen», führt Bandi aus.

Gerade Regionen wie Meiringen und das Savognin bieten sehr viel Platz, wo die Leute sich aufhalten und bewegen können, ohne dass sie Angst haben müssen, anderen zu nahe zu kommen. Zudem zieht es die Menschen im Sommer ohnehin vermehrt in die Berge: «Der Klimawandel bringt den Sommer auch in die alpinen Gebiete.»

Genügend freie Betten

Mühe haben werden Tourismus-Hotspots, die sich über die letzten Jahre vor allem auf ausländische Gäste fokussiert haben: «Diese Orte setzten in der Vergangenheit eher auf Wachstum aus Übersee und sind bei Schweizer Feriengästen wohl weniger auf dem Radar», so Tourismus-Forscherin Bandi. Luzern oder Interlaken seien Beispiele dafür. Die Krise spüren werden auch die grossen Städte: Ihnen bleiben die Geschäftskunden aus, die momentan auch nicht mehr reisen.

Tessin sagt: «Bleibt zu Hause»

Die Tessiner Tourismusorganisation bittet die Deutschschweizer, zur Verhinderung der weiteren Verbreitung des Coronavirus über Ostern zu Hause zubleiben.
(Video: Ticino Turismo)

Gibt es nun einen Run auf Ferien in der Schweiz? Muss man nun möglichst rasch die Sommerferien buchen? Bandi beschwichtigt: «Es hat in den meisten Regionen genug freie Betten. Man wird auch in der Hochsaison flexibel buchen können.» Gerade auch, weil die ausländischen Gäste ausbleiben.

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