Aktualisiert 04.02.2004 18:27

Neu im Kino: «Thirteen»Tracy und Evie: Mit dreizehn keinen Stich

Teenager gehen an die Grenzen: Diebstahl, Drogen und Sex. «Thirteen» zeigt Jugendliche in einer kaputten amerikanischen Welt.

Tracys Familie ist zerrüttet: Ihre Eltern leben getrennt, die 13-Jährige wächst bei ihrer Mutter auf, die einen Alkoholiker als Freund hat. Mutter Melanie (Holly Hunter) ist zwar ein herzensguter Mensch, doch sie scheint mit ihrem Leben überfordert – auch das Geld ist knapp. Ihrer Machtlosigkeit gegenüber der Familiensituation verleiht Tracy (Evan Rachel Wood) Ausdruck, indem sie sich im Geheimen die Unterarme aufritzt.

In der Schule wird Tracy kaum beachtet. Offenbar deshalb, weil sie sich keine teuren Klamotten leisten kann. Also klaut sie sich diese. Und siehe da: Bald gehört sie zur Clique von Evie (Nikki Reed), dem «hottest girl in school». Für Tracy tut sich die Tür zu einer neuen Welt auf: Piercings, Drogen und Sex. Evie ist jetzt ihre beste Freundin, sie darf sogar bei Tracy einziehen. Mutter Melanie merkt aber schnell, dass Evie einen schlechten Einfluss auf ihre Tochter hat.

Das Regiedebüt «Thirteen» von Catherine Hardwicke ist ein Porträt über eine kaputte amerikanische Welt: Wer

mit 13 nicht in geregelten Familienverhältnissen aufwächst, hat trotz Sex und Piercing keinen Stich, will der Film wohl aussagen. Diese Thematik setzte Hardwicke verstörend dynamisch ins Bild: In der permanenten Hektik sehnt sich der Zuschauer richtiggehend nach einer Verschnaufpause. Diese kriegt er in ernüchtender Form ganz zum Schluss.

Die beiden jungen Hauptdarstellerinnen wirken überzeugend – für Holly Hunter, die Mutter Melanie verkörpert, gabs sogar eine Oscar-Nomination.

Benjamin Bögli

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