Kleinhüningen BS: Trächtige Katze mit dem Sperrgut entsorgt

Aktualisiert

Kleinhüningen BSTrächtige Katze mit dem Sperrgut entsorgt

In Kleinhüningen fand ein Mann zwischen Abfallsäcken zwei Büsi, die in einer Transportbox eingesperrt waren. Der Basler Tierschutzbund sucht den straffälligen Besitzer.

von
rob
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Endlich in Sicherheit: Farah hat es durch Zufall in das Katzenheim des Tierschutzbundes Basel in Muttenz geschafft.

Endlich in Sicherheit: Farah hat es durch Zufall in das Katzenheim des Tierschutzbundes Basel in Muttenz geschafft.

Tierschutzbund Basel Regional
Zusammen mit einer weiteren Katze pferchte sie der unbekannte Besitzer in eine kleine Transportbox und entsorgte sie zwischen Abfallsäcken.

Zusammen mit einer weiteren Katze pferchte sie der unbekannte Besitzer in eine kleine Transportbox und entsorgte sie zwischen Abfallsäcken.

Tierschutzbund Basel Regional
Bei der tierärztlichen Untersuchung zeigte sich: Farah erwartet Nachwuchs. Die zweite Katze hat es nicht ins Katzenheim geschafft – sie ist dem Finder zuvor entwischt.

Bei der tierärztlichen Untersuchung zeigte sich: Farah erwartet Nachwuchs. Die zweite Katze hat es nicht ins Katzenheim geschafft – sie ist dem Finder zuvor entwischt.

Tierschutzbund Basel Regional

Am Freitag ging beim Basler Tierschutzbund ein Anruf ein: Ein Mann erzählte aufgeregt, dass er per Zufall in einem Hinterhof in Kleinhüningen eine kleine Transportbox mit zwei lebenden Katzen darin entdeckt habe. Die Box hatte er zwischen Abfall und Sperrgut gefunden – die Tiere waren regelrecht entsorgt worden. Da die Polizei sich laut den Tierschützern als nicht zuständig erklärte, landete der Finder schliesslich beim Tierschutzbund.

Auf dem Weg ins Katzenheim des Regionalen Tierschutzbundes in Muttenz entwischte ihm jedoch eines der Tiere. Eine Tierärztin nahm sich dann der zweiten Katze an. «Ihr ging es entsprechend schlecht, nach der ganzen Tortur, die sie durchleben musste», sagt Sprecherin Barbara Fischer. Nach Ultraschall und Röntgenaufnahmen wurde ausserdem klar: Die schwarz-weiss gemusterte Farah, wie das Katzenheim-Team sie nannte, ist trächtig.

Besitzer wird angezeigt

Mahena Haizmann, Geschäftsführerin des Tierschutzbundes, sagt zum traurigen Fund: «Wir sind immer wieder über die Unmenschlichkeit erschüttert. Sich auf diese Art und Weise seiner Tiere zu entledigen, ist besonders perfid.» Man werde nun bei der Polizei Anzeige erstatten: «Wir versuchen immer, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.» Dass man den enstprechenden Besitzer finde, komme jedoch nur selten vor.

Dass liege auch daran, dass Katzen nicht gechipt werden müssten. Fischer: «Seit dies bei Hunden obligatorisch ist, haben ähnliche Fälle immens abgenommen.» Ohne Chip könne man die Spuren kaum zurückverfolgen. Es sei denn, jemand erkennt das Tier zufällig. Sollte sich der Halter nicht finden lassen, müssen die Kosten für die ärztliche Untersuchungen und die Pflege von Farah und ihrem Nachwuchs vom Tierschutzbund selber getragen werden.

Aussetzungen sind in Ferienzeit vermehrt ein Thema

400 Katzen landen pro Jahr im Katzenheim in Muttenz. Die meisten Tiere werden von den Besitzern direkt abgegeben. «Im Schnitt kommt einmal im Monat ein ausgesetztes Tier zu uns», sagt Fischer. In der Ferienzeit sind Aussetzungen vermehrt ein Thema: «Vor allem, wenn zu Weihnachten oder Ostern Tiere verschenkt werden, stellt sich bei den Beschenkten spätestens in den Ferien die Frage: Wohin damit?»

Fischer betont, dass niemand gezwungen sei, sein Tier auszusetzen. «Wir finden immer irgendwie eine Möglichkeit, das Tier unterzubringen. Man muss sich einfach bei uns melden.»

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