Rüti ZH: Trächtige Kuh Paloma verblutet wegen auf Weide entsorgten Abfalls 

Publiziert

Rüti ZHTrächtige Kuh Paloma verblutet wegen auf Weide entsorgten Abfalls 

Die Bilder lösen Betroffenheit aus: Kuh Paloma (4) liegt tot auf einer Weide in Rüti. Laut Landwirt Markus Bisig ist sie gestorben, weil sie Stücke einer Aludose gefressen hat.

von
Lynn Sachs
1 / 3
Kuh Paloma starb an inneren Verletzungen, nachdem sie Metallstücke gefressen hatte, die auf einer Weide entsorgt und dann vermäht wurden.

Kuh Paloma starb an inneren Verletzungen, nachdem sie Metallstücke gefressen hatte, die auf einer Weide entsorgt und dann vermäht wurden.

Privat
«Ich finde ständig falsch entsorgte Abfälle auf unserem Land – und das, obwohl es in der Nähe mehrere Abfalleimer hat», sagt Landwirt Markus Bisig.

«Ich finde ständig falsch entsorgte Abfälle auf unserem Land – und das, obwohl es in der Nähe mehrere Abfalleimer hat», sagt Landwirt Markus Bisig.

Privat
Littering sei für Bauern ein grosses Problem. «Die Leute haben keine Ahnung, was sie mit ihrer Faulheit anrichten. Wir verlieren Tiere, ohne dass es sein müsste. In diesem Fall auch noch ein Kalb.»

Littering sei für Bauern ein grosses Problem. «Die Leute haben keine Ahnung, was sie mit ihrer Faulheit anrichten. Wir verlieren Tiere, ohne dass es sein müsste. In diesem Fall auch noch ein Kalb.»

Privat

Darum gehts

  • Kuh Paloma (4) war seit fünf Monaten trächtig.

  • Nachdem das Tier Stücke einer auf der Weide entsorgten Aludose gefressen hatte, zog es sich eine Infektion zu.

  • Nach einem drei Monate langen Kampf erlag sie ihren inneren Verletzungen.

  • Laut Landwirt Markus Bisig ist Littering ein Riesenproblem.

Eine Kuh liegt tot auf einer Wiese – aus Mund und Nase fliesst Blut: Seit einigen Tagen kursieren schockierende Bilder von einem Bauernhof in Rüti ZH auf Facebook. Der Grund für das Ableben der Kuh: Sie hatte Abfall gefressen, der achtlos und illegal auf der Weide entsorgt und dann vermäht wurde. In den Kommentaren bringen die Userinnen und User ihr Beileid und ihren Frust zum Ausdruck: «Man ist sprachlos über die Rücksichtslosigkeit und Dummheit gewisser Menschen», schreibt etwa eine Person. «Tut mir leid, dass das Tier so leiden musste. Mir fehlen echt die Worte», schreibt eine weitere Userin. «Das zerreisst einem das Herz, wer die Umwelt beschmutzt, sollte hart bestraft werden», fordert eine weitere Frau. 

Auch Landwirt Markus Bisig (54), der seine Kuh Paloma (4) vergangene Woche tot auf der Weide in Rüti ZH auffand, ist entsetzt. Wie er sagt, habe sich die Kuh durch die gefressenen Abfallstücke eine Infektion zugezogen. «Nach einem drei Monate langen Kampf erlag die im fünften Monat trächtige Paloma ihren inneren Verletzungen.» Laut Bisig kommt es immer wieder vor, dass Dosen und Flaschen von Unbekannten auf die Weide geworfen werden. «Mit den modernen Maschinen sehen wir das beim Mähen kaum. So wird der Abfall zerkleinert und landet im Tierfutter.»

«Littering ist ein Riesenproblem für uns Bauern»

So auch bei Paloma. «Nachdem sie vor etwa drei Monaten Aludosen-Teile gefressen hatte, bekam sie Fieber», sagt Bisig. Daraufhin sei die Kuh mehrmals mit Antibiotika behandelt worden. «Zunächst schien es, dass sie auf die jeweilige Behandlung anspricht. Langfristig war sie aber immer wieder schlapp und hat kaum gefressen.» Als es dem Tier vergangene Woche wieder schlechter ging, startete der 54-Jährige erneut eine Therapie. «Eines Morgens lag sie tot auf der Weide. Es stellte sich heraus, dass sie an den inneren Verletzungen durch die Metallstücke verblutet ist.»

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass Tiere auf dem Hof in Rüti Fremdkörper im Futter hatten. «Ich finde ständig falsch entsorgte Abfälle auf unserem Land – und das, obwohl es in der Nähe mehrere Abfalleimer hat.» Über dieses Verhalten ist Bisig empört. «Littering ist ein Riesenproblem für uns Bauern. Die Leute haben keine Ahnung, was sie mit ihrer Faulheit anrichten. Wir verlieren Tiere, ohne dass es sein müsste. In diesem Fall auch noch ein Kalb.»

Kein Einzelfall

«Der Fall von Paloma ist sehr traurig – vor allem, weil das Tier trächtig war», sagt Regula Fürst, Tierärztin für Nutztiere und Pferde. Es sei aber leider kein Einzelfall: «Vor allem bei Kühen kommt es immer wieder vor, dass sie eckige oder spitze Fremdkörper fressen und daran erkranken.» Das zeige sich zum Beispiel dadurch, dass die Tiere fiebrig seien, nicht mehr frässen, wegen der Schmerzen einen aufgekrümmten Rücken machten oder Milchrückgang hätten. 

Um sie zu behandeln, werde oftmals ein Magnet in den Magen der Kühe gelassen. «Dieser kann metallische Fremdkörper anziehen.» Auch bei Paloma habe man das versucht, leider ohne Erfolg. «Das Metallstück muss bereits mehrere innere Verletzungen angerichtet haben.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

307 Kommentare