Aktualisiert 19.02.2011 14:26

ElfenbeinküsteTränengas gegen Gbagbo-Gegner

Im Machtkampf in der Elfenbeinküste sind am Samstag erneut Anhänger der beiden Protagonisten zusammengestossen, die Anspruch auf das Präsidentenamt erheben.

Sicherheitskräfte des langjährigen Staatschefs Laurent Gbagbo setzten in der Hauptstadt Abidjan Tränengas gegen Anhänger von Alassane Ouattara ein, der von der internationalen Gemeinschaft als Wahlsieger anerkannt wird.

Hunderte junge Demonstranten aus dem Ouattara-Lager wurden vom Platz Inch'Allah im Viertel Koumassi vertrieben, der anschliessend von der Polizei abgeriegelt wurde. Zuvor hatten die Pro-Ouattara- Demonstranten Müll auf die zum Platz führende Hauptstrasse geworfen und Reifen angezündet.

Die Anhänger des Herausforderers von Gbagbo hatten für Samstag zu Kundgebungen in Abidjan und anderen Städten des Landes versammelt. Diese standen unter dem Motto «Zuviel ist zuviel, Gbagbo hau ab».

Die Gbagbo-Regierung hatte daher ab Freitagabend eine nächtliche Ausgangssperre für das Wochenende verhängt. Allerdings kontrolliert Gbagbo nur den Süden des Landes, der Norden ist in der Hand der Ouattara-Anhänger.

Seit der Präsidentschaftswahl Ende November kämpfen Gbagbo und Ouattara um die Macht in der Elfenbeinküste. Beide beanspruchen den Sieg für sich und liessen sich als Präsidenten vereidigen.

Internationale Vermittlungsbemühungen führten bisher zu keiner Lösung in dem westafrikanischen Land. Die Nachbarstaaten drohten Gbagbo bereits mit einer Militärintervention. (sda)

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