Aktualisiert 01.07.2013 08:12

Protest in BrasilienTränengas über dem Maracana

Der Final im Confederations Cup in Rio de Janeiro wurde erneut von Demonstrationen begleitet. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff blieb dem Endspiel fern.

von
pbl

Tränengasschwaden sind am Sonntag kurz vor dem Final im Confederations Cup zwischen Brasilien und Spanien über das Maracana-Stadion hinweggezogen. Nach Schätzung der Polizei nahmen an der Demonstration am Sonntag rund 5000 Menschen teil. Am Rande der Kundgebung gab es Zusammenstösse zwischen kleinen gewaltbereiten Gruppen und der Polizei, die Tränengas und Schockgranaten einsetzte.

Rund um das Stadion waren mehr als 10'000 Sicherheitskräfte im Einsatz, darunter 6000 Beamte der militarisierten Polizei. Es gilt als das grösste Sicherheitsaufgebot, das je in Brasilien anlässlich einer Sportveranstaltung aufgestellt wurde. Seit Beginn des Turniers haben Hunderttausende dagegen protestiert, dass ihre Regierung eher Geld für sportliche Grossereignisse ausgibt als für bessere öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser.

Rousseff nicht im Stadion

Die Proteste waren zurückgegangen, nachdem Präsidentin Dilma Rousseff Reformen angekündigt hatte. Sie war im Stadion nicht anwesend. Der Siegerpokal wurde von FIFA-Chef Joseph Blatter und Sportminister Aldo Rebelo überreicht. Rousseff war bei der Eröffnungspartie des Confed Cups am 15. Juni massiv ausgepfiffen worden. Aufgrund der Proteste stürzten ihre Umfragewerte ab.

Nach dem Spiel gratulierte sie der Seleção. Dies sei ein «historischer Tag für den brasilianischen Fussball», betonte sie in einer schriftlichen Erklärung. Die Spieler hätten «Freude, Kreativität, Teamgeist und Einigkeit» gezeigt, alle Brasilianer erobert und der Welt ein grosses Spektakel geboten. Brasilien hatte Spanien im Endspiel mit 3:0 geschlagen. (pbl/sda)

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