Beachvolleyball: Tränenreicher Abschluss von Tag eins
Aktualisiert

BeachvolleyballTränenreicher Abschluss von Tag eins

Am Grand-Slam-Turnier der Beachvolleyballer in Gstaad gab es ein tränenreiches Ende des ersten Tages. Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré wurden um die vorzeitige Qualifikation für die K.o.-Phase gebracht.

Eigentlich war alles angerichtet. Forrer und Vergé-Dépré befanden sich gegen Victoria Bieneck/Julia Grossner auf Kurs Richtung zweiten Sieg im zweiten Spiel. Das erste hatten sie gegen die mehrfache Junioren-Weltmeisterin Summer Ross und Emily Day (USA) 21:14, 16:21, 15:13 gewonnen. Im zweiten führten sie 21:15, 16:21 und 15:14, als ein Smash der Deutschen im Out landete. Die Schweizerinnen jubelten bereits, mit ihnen das Gstaader Publikum. Der argentinische Schiedsrichter wollte aber gesehen haben, dass Forrer den Ball noch mit dem Arm berührt hatte. «Nie im Leben!», polterte die Thurgauerin unter Tränen. «Ein Punkt machte unseren Tag kaputt.»

Denn der offensichtliche Fehlentscheid brachte Forrer und U21-Weltmeisterin Vergé-Dépré komplett aus dem Konzept. «Wir hatten einen totalen Spannungsabfall», klagte Forrer. Wenige Minuten später verwerteten die Deutschen nach drei abgewehrten ihrerseits ihren dritten Matchball. Dadurch entstand in der Gruppe H eine komplett neue Ausgangslage. Alle vier Teams haben je ein Spiel gewonnen, maximal drei kommen weiter. Mit dem zweiten Erfolg wäre das Überstehen der Gruppenphase für Forrer/Vergé-Dépré bereits Tatsache gewesen.

Harziger Start für Heidrich/Zumkehr

Eine Aussage von Joana Heidrich brachte die Gefühlslage der Zürcherin und ihrer Berner Oberländer Partnerin Nadine Zumkehr nach dem ersten Tag auf den Punkt: «Man kann sich das Leben ja auch selber schwer machen.» Das Duo, das dank dem Status als bestes Team des Austragungslandes topgesetzt wurde, musste im zweiten Spiel gegen die tschechischen Aussenseiterinnen Hana Skalnikova/Patricia Missottenova insgesamt drei Satzbälle abwehren, um sich 24:22, 22:20 durchzusetzen. «Das war ein sehr, sehr harziger Auftritt», sagte Zumkehr, die mit ihrer eigenen Leistung nicht zufrieden war. «Wir wussten, dass wir sie schlagen, wenn wir unsere Sache erledigen. Das ist aber insbesondere mir nicht gelungen. Es war phasenweise zum Verzweifeln.»

Heidrich/Zumkehr, die zum Auftakt gegen die Amerikanerinnen Lauren Fendrick/Brittany Hochevar trotz einer wesentlich besseren Performance verloren hatten, mussten im zweiten Spiel einige heikle Momente überstehen. Im ersten Durchgang hatten sie zweimal Satzball gegen sich, im zweiten einmal. Umso lauter war Heidrichs Jubel, als ihr vierter erfolgreicher Block die Partie zu Gunsten der Schweizerinnen entschied. Mit einem Sieg im abschliessenden Gruppenspiel wären auch Heidrich/Zumkehr sicher weiter.

Zwei Ehrenmeldungen

Für Tanja Goricanec und Tanja Hüberli blieben die Exploits in Gstaad aus. Immerhin sorgen sie in ihrer ersten gemeinsamen Saison immer wieder für Ehrenmeldungen, so auch am ersten Turniertag im Berner Oberland. Sie nahmen sowohl den chinesischen Weltmeisterinnen Xue Chen/Zhang Xi (Nummer 2) als auch den Holländerinnen Sanne Keizer/Marleen van Iersel, den Europameisterinnen des letzten Jahres, einen Satz ab. «Vor allem die zweite Niederlage war ärgerlich», fand die 1,90 m grosse Blockerin Hüberli. «Wir sind im Tiebreak von 2:8 auf 10:11 herangekommen und kassierten dann zwei Asse.» Im zweiten Satz waren Goricanec/Hüberli 13:17 zurück gelegen, ehe sie noch 21:18 gewannen. «Aus genau diesen Momenten wollen wir für den Donnerstag Kraft schöpfen.»

Männer-Hauptturnier beginnt heute

Heute nehmen auch die Männer in Gstaad ihr Pensum im Hauptfeld auf. Von den drei Schweizer Duos erwischten Sébastien Chevallier und Mats Kovatsch (Sz/8) die mutmasslich schwierigste Gruppe. Sie treffen unter anderem auf die deutschen WM-Dritten Jonathan Erdmann/Kay Matysik. (si)

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