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Tragödie auf Bahngeleise: Vier Tote

Bei einem Zugunglück sind am Morgen bei Bregenz am Bodensee zwei Polizisten und ein Leichenbestatter getötet worden. Sie waren damit beschäftigt, auf den Schienen einen möglichen Selbstmord zu untersuchen.

Der Unfall oder Suizid hatte sich an der Unglücksstelle in der Nacht ereignet. Ein vorbeifahrender Schweizer Eurocity-Zug erfasste laut Polizei eine 32-jährige Polizistin, ihren kurz vor der Pensionierung stehenden Kollegen und einen 47-jährigen Leichenbestatter. Alle drei waren sofort tot.

Der Eurocity, der von München nach Zürich unterwegs war, erfasste die drei Personen kurz nach 10.00 Uhr auf Höhe der Bregenzer Klause.

Ein weiterer Polizeibeamter und ein Leichenbestatter waren ebenfalls am Unglücksort. Sie wurden laut Polizei nicht verletzt, standen aber unter schwerem Schock und waren noch nicht vernahmungsfähig. Geschockt waren auch der Lokführer und die beteiligten Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Ursache unklar

Der genaue Unfallhergang war weiter unklar. Die ÖBB nahmen Untersuchungen zum Unfallhergang auf.

Die SBB wollte zu dem Unglück am Freitag nicht Stellung nehmen. Dieses habe sich auf österreichischem Territorium ereignet, zuständig seien daher die ÖBB, sagte SBB-Sprecher Roland Binz der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage.

Der Zug und die nicht mehr funktionstüchtige Lokomotive wurden nach dem Unglück in den Bahnhof Bregenz gezogen, wo die Passagiere umstiegen und ihre Fahrt in Richtung Zürich fortsetzten.

Wahrscheinlicher Suizid

Die Beamten und die beiden Leichenbestatter befanden sich zur Untersuchung eines vermuteten Suizids auf der Strecke. Ein Zugführer hatte in der Nacht gemeldet, dass etwas den Zug gestreift habe, und die Polizei alarmiert.

Nachdem die Untersuchungen im Dunkeln kein Ergebnis gebracht hatten, sollten diese bei Tageslicht fortgeführt werden. Nach Polizeiangaben wurde eine vermutlich männliche Leiche entdeckt, die noch nicht identifiziert wurde.

Frühere Unglücke

In den vergangenen fünf Jahren sind bei schweren Bahnunfällen in Österreich 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Das schwerste Unglück ereignete sich im Februar 2002, als beim Zusammenstoss eines Güterzuges mit einem Autoreisezug sechs Menschen getötet wurden.

Im Oktober des selben Jahres starben vier Menschen, als ein Güterzug bei Melk (Niederösterreich) eine Draisine der ÖBB erfasste. Im Juli 2005 forderte ein Frontalzusammenstoss zweier Lokalbahnen bei Bramberg im Land Salzburg zwei Todesopfer.

(dapd)

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