29.03.2016 18:55

Playoff-Final

Trainer-Entlassungen als Erfolgsrezept

Der HC Lugano und der SC Bern verloren im Herbst die Geduld. Nun werden sie dafür mit dem Playoff-Final belohnt.

von
Marcel Allemann

Gut möglich, dass das in Zukunft den Aktivismus der Club-Bosse befeuern wird und in der nächsten Saison auf viele Coaches unruhige Zeiten zukommen werden: Mit dem HC Lugano und dem SC Bern stehen nämlich ausgerechnet zwei Vereine im Playoff-Final, welche im Lauf der Saison den Trainer ausgewechselt haben.

Fischer und Boucher mussten im Herbst gehen

In Lugano wurde Patrick Fischer am 22. Oktober entlassen. Es kam Doug Shedden. Er führte die Tessiner vom letzten Tabellenrang zunächst zur problemlosen Playoff-Qualifikation und nun auch in den ersten Final seit 2006. Für den Kanadier selbst ist es eine Premiere: Während seiner sechs Jahre beim EV Zug (2008 bis 2014) schaffte es Shedden nie über die Halbfinals hinaus.

Lars Leuenberger beerbte in Bern am 18. November Guy Boucher. Der SCB lag damals auf Rang 9, zitterte sich nach drei weiteren nervenaufreibenden Monaten knapp in die Playoffs und ist seither plötzlich nicht mehr zu stoppen. Obwohl als Trainer noch ein Rookie, bringt der Ostschweizer im Gegensatz zu Shedden sogar Final-Erfahrung mit. Beim letzten Berner Titel 2013 war Leuenberger Assistent von Antti Törmänen.

In der Qualifikation war noch Kontinuität gefragt

Auch die beiden weiteren Trainerwechsel in der NLA waren oder sind von Erfolg gekrönt: Ambri entledigte sich unter Hans Kossmann (anstelle von Serge Pelletier) der Abstiegssorgen und kämpfte bis zum Schluss um die Playoff-Plätze. Und die SCL Tigers fanden unter dem neuen Übungsleiter Scott Beattie (für Benoît Laporte) im Playout-Final wieder zum Siegen zurück.

Dieser neuste Trend ist bemerkenswert, denn in der Qualifikation schien noch Kontinuität das Mass aller Dinge zu sein. Mit den ZSC Lions und Marc Crawford (seit 2012), Davos und Arno Del Curto (seit 1996) sowie Servette und Chris McSorley (seit 2001) lagen drei Klubs, die auf längerfristige Arbeitsverhältnisse setzen, auf den ersten drei Tabellenplätzen.

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