Neue Tramlinien: Tram-Feste in Zürich und Bern
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Neue TramlinienTram-Feste in Zürich und Bern

In Bern und Zürich feiert man die Eröffnung neuer Tramlinien. In Bern ist Bümpliz jetzt mit der Alstadt verbunden, in Zürich Dübendorf mit dem Flughafen Kloten.

von
aeg

Gleich zwei neue lange Tramlinien sind am Samstag in der Schweiz eingeweiht worden. In der Stadt Bern feierte die Bevölkerung eine neue Strecke in den Westen der Stadt. Im Norden Zürichs wurde der dritte und vorerst letzte Ast der Glattalbahn in Betrieb genommen - ebenfalls mit einem grossen Fest.

Die neue Zürcher Tramlinie 12 verbindet Dübendorf mit dem Flughafen in Kloten und erschliesst eines der wichtigsten Zürcher Entwicklungsgebiete mit rund 100'000 Einwohnern. Gekostet hat die Tramlinie rund 266 Millionen Franken. Kernstück ist ein 1200 Meter langer Viadukt, der über die sechsspurige Autobahn A1 führt.

Die Glattalbahn fördere den Standort Glattal und damit die wirtschaftliche Attraktivität des ganzen Kantons Zürich, sagte der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) am offiziellen Festakt in Dübendorf vor rund 450 geladenen Gästen. Unter ihnen befand sich auch alt Bundesrat Moritz Leuenberger.

Die neue Linie wurde von der Bevölkerung ausgiebig gefeiert. Auf neun Festplätzen gab es neben Chilbibetrieb zahlreiche Attraktionen und Ausstellungen. Gross war auch der Andrang bei der Glattalbahn selbst, die am Samstag gratis verkehrte und am Sonntag ihren regulären Betrieb aufnimmt.

6,8 Kilometer Schienen in den Westen

Ebenfalls am Sonntagmorgen nimmt die Tramlinie Bern West mit ihren beiden Ästen nach Brünnen und Bümpliz den Betrieb auf. Am Samstag stand auf dem zweitägigen Festprogramm unter anderem eine Sonderfahrt für 200 geladene Gäste vom Berner Bahnhof nach Bümpliz. Dort fand am Nachmittag der offizielle Eröffnungsanlass statt.

Die Inbetriebnahme der Tramlinie von 6,8 Kilometern Länge bedeutet für Berns städtische Verkehrsbetriebe einen Quantensprung. Auf einen Schlag vergrössert sich das Tramnetz in Kilometern ausgedrückt um 40 Prozent und die Anzahl Tramlinien steigt von drei auf fünf. Bisher fuhren Busse nach Bümpliz und Brünnen. Dank dem Tram werden mehr Personen transportiert werden können.

Vor 15 Jahren begann die Planung, die Bauarbeiten dauerten rund zweieinhalb Jahre. Gut 150 Millionen Franken betragen die Kosten des Trams Bern West. Das Stimmvolk des Kantons Bern hatte der neuen Linie erst im zweiten Anlauf zugestimmt. Eine erste Variante mit noch anderer Linienführung war im Jahr 2004 knapp abgelehnt worden.

Auch Genf setzt aufs Tram

Auf den Fahrplanwechsel hin ist auch im Herzen der Stadt Genf ein neues, 300 Meter langes Teilstück einer Tramlinie eingeweiht worden. Es verbindet den Genfer Hauptbahnhof Cornavin mit Coutance. Bis im Mai 2011 soll mit der neuen Linie 18 auch das Kernforchungszentrum CERN erreicht werden können. (aeg/sda)

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