Aktualisiert 02.01.2013 16:11

Mehr Reklamationen

Tram-Musiker nerven Passagiere in Basel

Immer häufiger beklagen sich Fahrgäste über Musiker in Basler Trams. Abhilfe schafft ein Trick aus dem Baselbiet.

von
Samuel Hufschmid

«Marina, Marina, Marina, ti voglio al piu' presto sposar», singt eine Frau, die fast täglich in den Basler Drämmli anzutreffen ist. Seit die Gesetze für Strassenmusiker im vergangenen März verschärft wurden, scheinen diese häufiger aufs Tram umzusteigen. «Die Reklamationen haben im letzten Jahr tendenziell zugenommen», bestätigt BVB-Sprecherin Dagmar Jenny. Im Gegensatz zu Betteln und Hausieren sei das Musizieren in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht grundsätzlich verboten. «Wenn der Musiker ein Billett hat, darf er weiterfahren», so Jenny.

In den Trams der BLT ist die Situation seit Jahren gleichbleibend. «Vor ungefähr vier Jahren haben sich die Reklamationen gehäuft. Daraufhin produzierten wir eine Durchsage, die von den Wagenführern abgespielt werden kann und die Fahrgäste darauf hinweist, dass sie den Musikern kein Geld geben sollen. Diese Massnahme hat schlagartig gewirkt», sagt BLT-Direktor Andreas Büttiker. Diese Idee habe es bis nach Zürich geschafft und wird nun auch in den BVB-Drämmli eingesetzt.

Wenn es den Musikanten nicht ums Geldsammeln gehe, drücke der Chauffeur auch mal ein Auge zu. Büttiker: «Wenn jemand im Tram seiner Lebensfreude Ausdruck geben will, dann dulden wir das.»

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