Unzufriedenes Fahrpersonal: Tram-Streik in Zürich ist vorerst zu Ende

Aktualisiert

Unzufriedenes FahrpersonalTram-Streik in Zürich ist vorerst zu Ende

Um 4.30 Uhr wurden beim VBZ-Depot Irchel die Tramlinien 5,6,7 und 9 an der Ausfahrt gehindert. Kurz nach 9 Uhr wurde der Streik abgebrochen.

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jam/kub
Blockade im Tramdepot Irchel: Betroffen von den Streikmassnahmen sind die Linien 5, 6, 7 und 9. Auf diesen Strecken ist mit Ausfällen und Verzögerungen zu rechnen.

Blockade im Tramdepot Irchel: Betroffen von den Streikmassnahmen sind die Linien 5, 6, 7 und 9. Auf diesen Strecken ist mit Ausfällen und Verzögerungen zu rechnen.

Die Gewerkschaft vpod machte ihre Streik-Drohung wahr. Blockiert wurde das Tramdepot Irchel in Zürich. Ein Autokonvoi und eine Plastikkette blockieren seit 4.30 Uhr das VBZ-Depot. Die Stimmung sei friedlich, es habe keine Zwischenfälle gegeben, sagte vpod-Generalsekretär Stefan Giger auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

An der Streikaktion beteiligen sich laut Giger rund 50 Personen. Es handle sich lediglich um einen punktuellen Streik. In allen andern Depots werde normal gearbeitet. Um 9 Uhr soll die Aktion beim Depot Irchel abgebrochen werden.

Nach Angaben der VBZ waren Fahrgäste der Strecken Kirche Fluntern - Bahnhof Enge (Linie 5), Zoo - Gessnerallee (6), Wollishofen - Milchbuck (7) und Wiedikon - Milchbuck (9) von den Ausfällen betroffen. Wie der vpod schreibt, wurden diese auch von anderen Depots aus bedient, so dass eine Grundversorgung der betroffenen Linien bestehen blieb.

Der Zürcher Tram-Streik wird kommen

Busse im Einsatz

Die VBZ reagierten umgehend und setzten zwischen Bahnhof Stettbach und Milchbuck Autobusse ein, wie Mediensprecher Andreas Uhl auf Anfrage sagte. Es gebe darum keine Kursausfälle, betonte VBZ-Mediensprecherin Daniela Tobler gegenüber 20 Minuten Online. Der Betrieb laufe unter den erschwerten Bedingungen gut. Zudem seien laut Tobler alle VBZ-Mitarbeiter zur Arbeit erschienen. Dem widerspricht Regionalsekretär des vpod, Duri Beer: «Wir können beweisen, dass es anders war».

Gestern hatten Vertreter der Gewerkschaft vpod einzelne Störaktionen in Aussicht gestellt.

Der vpod habe sich für das Depot Irchel entschieden, weil die Auswirkungen auf den Tramverkehr minimal seien, sagte Beer auf Anfrage. Einerseits handle es sich um ein kleines Depot, anderseits könnten die Linien auch von anderen Depots her auf die Strecke geschickt werden.

Weitere Streiks drohen

vpod-Regionalsekretär Duri Beer erklärte auf Anfrage, die Gewerkschaft hoffe, dass durch diese eng begrenzte Aktion Bewegung in die Verhandlungen mit den VBZ und dem Stadtrat komme. Bis Freitagmittag allerdings sei von dieser Seite noch nichts zu hören gewesen.

Sollte das so bleiben, werde der vpod weitere Aktionen planen. Diese würden aber vorher angekündigt und dann auch grossflächiger ausfallen als die erste vom Freitag. Übers Wochenende allerdings werde nichts passieren und «95-prozentig auch nicht am Montag und Dienstag».

Verhandlungen gescheitert

Grund der Streikaktion ist ein Konflikt um die Arbeitsbedingungen der Zürcher Tram- und Buschauffeure. Seit Juni 2010 befinden sich deshalb die VBZ und die Arbeitnehmervertretungen vpod, transfair und Syna in einem Mediationsverfahren.

Aus diesem ist der vpod vor elf Tagen ausgestiegen. Nachdem der Stadtrat und die VBZ keine schriftlichen Zusagen für einen Gesamtarbeitsvertrag und Pausenregelungen gaben, setzte der vpod seine Streikdrohung in die Tat um. (jam/kub/sda)

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