Zu viele Spuren: Trams versperren trotz Grün den Weg
Aktualisiert

Zu viele SpurenTrams versperren trotz Grün den Weg

Ob das auf Dauer gut geht: Am Bürkliplatz überqueren Trams die Strasse, obwohl die Autos Grün haben. Die Stadt spricht von «Überschneidungen bei Grünphasen».

von
Roman Hodel

Am Bürkliplatz halten sich Tramfahrer oft nicht an die Lichtsignale, zum Ärger der Autofahrer. Sie haben trotz grüner Ampel keine freie Fahrt.

Autofahrer, die regelmässig den Zürcher Bürkliplatz von der Quaibrücke in Richtung Enge passieren, kennen das Problem zu Genüge: Zwar schaltet die Ampel auf Grün, doch die Strasse ist blockiert durch Trams, die entweder in die Bahnhofstrasse einbiegen oder von dort kommen. Ist die Weiterfahrt endlich möglich, ist die Ampel schon bald wieder rot. Wer da die Geduld verliert und noch aufs Gaspedal drückt, riskiert eine Busse – seit letztem November ist hier ein Radarkasten im Einsatz.

«Um den Verkehr abwickeln zu können, kann es bei den Grünphasen zu Überschneidungen kommen», sagt Heiko Ciceri, Sprecher der städtischen Dienstabteilung Verkehr. Das heisst: Fährt ein Tram erst am Ende seiner Grünphase los oder fährt es zu langsam, dann zeigt die Strassenampel bereits Grün, obwohl die Kreuzung noch nicht frei ist. «Am Bürkliplatz etwa ist dies wegen der vielen Fahrspuren der Fall», so Ciceri. «Nur so bringen wir gefahrlos ein bis vier Autos mehr pro Grünphase über die Kreuzung.»

Für diese «technische Erklärung» hat TCS-Zürich-Geschäftsführer Reto Cavegn zwar noch ein «gewisses» Verständnis: «Aber dass Tramchauffeure oft fahren, obschon sie laut ihrem Signal gar nicht mehr dürfen, ärgert mich – zumal sie im Gegensatz zu den Automobilisten kaum dafür gebüsst werden.»

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