Aktualisiert 01.05.2020 09:08

Grossbritannien

Trans-Mann bringt Kind zur Welt und darf nicht Vater sein

Freddy McConnell ist der erste britische Trans-Mann, der ein Kind geboren hat. Und eben weil der 32-Jährige das tat, darf er legal nur Mutter sein.

von
Adrian Hunziker

Darum gehts

• Ein 32-jähriger Brite, der als Trans-Mann registriert ist, hat ein Kind geboren.

• Nun will der Mann aber als Vater statt Mutter anerkannt werden.

• Das britische Gesetz sieht das nicht vor, deshalb zog der Journalist vor Gericht – und verlor.

Nein, auch vor Gericht bekam Freddy McConnell nicht recht. Der 32-Jährige hat alles probiert, um als Vater seines Kindes anerkannt zu werden, doch die britischen Behörden haben etwas dagegen. Doch beginnen wir von vorne.

McConnell, der als Frau geboren wurde, wurde bereits vor mehreren Jahren als Mann anerkannt, nachdem er jahrelang Testosteron zu sich genommen hatte und eine Brust-OP durchführen liess. Dann entschied er sich dafür, ein Baby zu bekommen. «Die Leute dachten, ich sei ein Mann mit einem Bierbauch – und ich war absolut glücklich damit.»

Er zog das Urteil weiter

2018 gebar der Brite ein Kind. Rechtlich gesehen, ist die Person, die schwanger ist und letztlich ein Kind zur Welt bringt, immer die Mutter. Der Guardian-Journalist McConnell wollte aber als Vater registriert werden, wie Sky News im September berichtete.

Bereits damals leitete McConnell, der durch eine künstliche Befruchtung eines Samenspenders schwanger geworden war, rechtliche Schritte ein, er wollte vor Gericht für seinen Status als Vater kämpfen. Seine Anwälte argumentierten damit, dass «das britische System zur Registrierung von Geburten Familien nicht gleich behandelt und dass die Registrierung als Mutter sowohl seine wie auch die Menschenrechte seines Kindes verletzt.» Das Gericht entschied gegen ihn, er zog das Urteil weiter.

Was ist Transgender?

Transgender bedeutet, dass sich eine Person nicht zum Geschlecht, mit dem sie geboren wurde, zugehörig findet. Sie fühlen sich im «falschen Körper».

Nun hat auch das Gericht in höherer Instanz entschieden, dass es nicht in seiner Macht stehe, darüber zu entscheiden, welche Bezeichnung korrekt sei. «Das Problem wirft komplizierte ‹miteinander verbundene› Gesetze auf und eine Reform ist die Sache des Parlaments.» McConnell kann seinen Fall nun noch an den Supreme Court weiterziehen.

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71 Kommentare
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ewald

02.05.2020, 05:58

er kann ja Elternteil eins oder zwei sein, das ist das passende Modell dazu. Vater und Mutter passt da nicht mehr. beim emanzen Modell Frage ich mich aber immer wer ist die Nummer eins und wer die Nummer zieht die Nummer zwei

blablabär

02.05.2020, 04:24

Ich bin ziemlich tolerant und es ist mir schnurz, ob der/die oder das. Aber bitte, schau dass es dem Kind gut geht! Das muss die Priorität sein - kein Rechtsstreit, keine PR, das Kind!

Zwieback

02.05.2020, 00:35

Es ist eindeutig eine Frau: Sie kann sich nicht entscheiden, was sie will!