Transsexuelle Brönimann wegen Dok-Film in Klinik
Aktualisiert

Transsexuelle Brönimann wegen Dok-Film in Klinik

Tiefschlag um Tiefschlag: Für Nadia Brönimann (35) endete das letzte Jahr tragisch. Jetzt lässt sich die Transsexuelle in der Zürcher Höhenklinik helfen – und blickt wieder positiv in die Zukunft.

Geplant war ein Befreiungsschlag, das Ergebnis aber war eine Tragödie: Mit dem TV-Film «Sex Change» über ihre Geschlechtsumwandlung wollte Nadia Brönimann im letzten Mai den Leuten zeigen, wer sie wirklich ist. Doch statt des erwarteten Verständnisses schwappte eine Welle der Empörung über die Transsexuelle: «Weil ich arbeitsunfähig bin, beschimpfte man mich als Schmarotzerin, die auf Staatskosten lebe.»

Das ist zu viel für die Zürcherin. Sie zieht sich zurück, verkriecht sich im Chaos ihrer Wohnung – widmet sich mit letzter Kraft dem Zürcher Lighthouse. Ende Jahr hat Nadia keine Energie mehr und bricht zusammen – letzte Woche liess sie sich in eine Klinik einweisen.

Einen Monat wird Brönimann in der Zürcher Höhenklinik Davos bleiben. Endlich sieht sie wieder positiv in die Zukunft: «Ich habe aufgehört, mich selbst zu bemitleiden und Ärzten und Medien die Schuld für mein verpfuschtes Leben zu geben.»

Das erste Mal in ihrem Leben treibt sie Sport, spürt ihren Körper. Auch die Bewältigung ihres grössten Schicksalsschlags – keinen Sex mehr zu haben – will sie angehen. Unterstützung findet sie in einer neu keimenden Liebe: «Die Bewunderung dieses Mannes macht mich stark.»

Martina Rissi

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