Demo gegen Gewalt an Frauen – «Die Politik macht nicht das, was eigentlich nötig wäre»

Demo gegen Gewalt an Frauen«Die Politik macht nicht das, was eigentlich nötig wäre»

Gewaltverbrechen gegen Frauen haben in der Schweiz zugenommen. In Zürich fand am Samstag eine Demo gegen Femizide statt.

von
Lynn Sachs
Simon Glauser
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Zum Schluss wird noch ein feministisches Lied „canción sin miedo“ gesungen. Danach löst sich die Demonstration auf.

Zum Schluss wird noch ein feministisches Lied „canción sin miedo“ gesungen. Danach löst sich die Demonstration auf.

20Min/Lynn Sachs
Die Demonstrantinnen und Demonstranten skandierten bei ihrem Umzug durch Zürich «Alle zusammen gegen den Sexismus» und «Solidarität heisst Widerstand. Stoppt den Sexismus in jedem Land».

Die Demonstrantinnen und Demonstranten skandierten bei ihrem Umzug durch Zürich «Alle zusammen gegen den Sexismus» und «Solidarität heisst Widerstand. Stoppt den Sexismus in jedem Land».

20Min/Lynn Sachs
An der Demonstration am Samstagnachmittag nahmen mehrere hunderte Personen teil.

An der Demonstration am Samstagnachmittag nahmen mehrere hunderte Personen teil.

20Min/Lynn Sachs

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Samstag, 11.12.2021

Demonstration löst sich auf

Zum Schluss wird noch eine feministische, mexikanische Hymne, «Canción sin miedo» gesungen. Danach löst sich die Demonstration auf.

Demonstrantinnen unterwegs zum Helvetiaplatz

Die Demonstration verläuft friedlich. Sie ist bewilligt und wird vorne und hinten von der Polizei begleitet. Der Demonstrationszug hat vor dem Paradeplatz gewendet und bewegt sich nun zurück in Richtung Helvetiaplatz.

20Min/Lynn Sachs

Telefon gegen Gewalt soll Alternative zur Polizei bieten

Nina (23) hat das Kollektiv «Telefon gegen Gewalt» mitbegründet. Diese Notfall-Hotline sei jeweils am Wochenende während 24 Stunden erreichbar und soll eine Alternative zur Polizei bilden.

Ihre Hotline sei im Gegensatz zu anderen Helplines rund um die Uhr und in zwölf Sprachen verfügbar.

Demonstrantinnen gedenken Femizid-Opfern

Nun werden an der Bahnhofstrasse alle Namen der Opfer, Zeitpunkte und Orte, an denen sich die Femizide ereigneten, verlesen, um den Frauen zu gedenken.

Organisatorin und Kampagnenleiterin im Interview

Anna-Beatrice Schmaltz, welche die «16 Tage gegen Gewalt an Frauen»-Kampagne organisiert hat, ist als Aktivistin vor Ort und will das Thema Femizid stärker thematisieren. Dieses bilde aber nur die Spitze des Eisbergs. Zuvor käme es oft schon zu häuslicher Gewalt, Stalking oder einer generellen Abwertung von Frauen.

Ein Mitglied von «Ni Una Menos», welches die Demonstration mitorganisiert hat, fordert mehr Mittel zum Schutz der Frauen. Es könne nicht sein, dass in der kleinen Schweiz alle zwei Wochen eine Frau ermordet wird. Die Demonstrantinnen fordern deshalb mehr Gelder für Frauenhäuser und Beratungsstellen.

Tamara Funiciello im Interview

SP-Nationalrätin Tamara Funiciello fordert von der Politik mehr Massnahmen zum Schutz von Frauen. Schweizweit gab es dieses Jahr 25 Femizide und unzählige Vergewaltigungen, trotzdem mache die Politik zu wenig.

Der Demonstrationszug hat sich inzwischen in Bewegung gesetzt und bewegt sich in Richtung Bahnhofstrasse.

Erste Reden

Kurz vor 14.30 Uhr beginnen erste Willkommensreden in verschiedenen Sprachen.

Kurz vor 14 Uhr

Am Helvetiaplatz in Zürich versammeln sich Demonstrantinnen und Demonstranten. Inzwischen sind es bereits mehrere Hundert Personen.

Freitag, 10.12.2021

Demo gegen Gewalt an Frauen

Im Jahr 2021 häufen sich Gewaltverbrechen gegen Frauen. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, findet am Samstag ab 14 Uhr in Zürich eine schweizweite Demonstration statt. «Gemeinsam gehen wir auf die Strasse, um unsere Trauer und unseren Protest sichtbar zu machen», heisst es in einer Mitteilung.

Bereits Ende Oktober fanden in Luzern und Zürich Kundgebungen statt. «Wir erwarten von der Politik und der Gesellschaft, dass man mehr Bewusstsein für Femizide schafft und das Problem beim Namen nennt», sagte eine Demonstrierende damals in Luzern.

Im Oktober ereignete sich mit der Tötung einer 58-Jährigen in Vandoeuvres im Kanton Genf bereits der 25. Femizid im laufenden Jahr. In der selben Woche hatte ein Vater in Rapperswil-Jona SG mutmasslich seine zwölfjährige Tochter und danach sich selbst getötet.

Ein paar Tage zuvor kam es in Netstal GL auf einem Parkplatz zu Schussabgaben in einem Auto, bei denen die 30-jährige N. K.* tödlich getroffen wurde. Der mutmassliche Täter ist ein 27-jähriger Mann. Und Mitte Oktober wurde in Zürich-Altstetten die 30-jährige Mutter F. A.* getötet. Die Polizei nahm den dringend tatverdächtigen Ehemann, einen 46-jährigen Türken, fest.

*Name der Redaktion bekannt