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Trauer um toten Fasnächtler

Am Karneval von Locarno wurde ein 22-jähriger Student am Freitagabend zusammengeschlagen und so schwer verletzt worden, dass er am Samstag starb. Drei Tatverdächtige sind in Haft. Alle offiziellen Fasnachtsveranstaltungen wurden abgesagt.

Nachdem die Stadtpräsidentin von Locarno wegen der Tat die offiziellen Fasnachtsveranstaltung abgesagt hatte, fand am Sonntag statt eines Fasnachtsumzugs ein Trauermarsch statt.

Der aus Gordola stammende 22-jährige Tessiner war am Freitagabend kurz vor Mitternacht während der Fasnacht in Locarno auf der Strasse von drei jungen Männern überfallen und lebensgefährlich verletzt worden. Die drei Angreifer im Alter von etwa 20 Jahren verliessen nach Angaben der Tessiner Kantonspolizei den Ort des Geschehens ungehindert und begaben sich an weitere Fasnachtsveranstaltungen. Im Laufe der Nacht konnten sie festgenommen werden.

Nach Angaben des Tessiner Fernsehens und Radios war der 22-jährige Tessiner Student von seinen Angreifern mit Fäusten und Fusstritten traktiert worden, und zwar vor allem am Kopf, als er schon am Boden lag. Er wurde ins Spital von Locarno gebracht und von dort ins Regionalspital Lugano verlegt, als er bereits im Koma lag.

Die Stadtpräsidentin von Locarno, Carla Speziali, sprach den Angehörigen des jungen Mannes am Sonntag an einem Trauermarsch ihr tiefes Beileid aus. Bis am Sonntagabend lag jedoch noch keine offizielle Bestätigung seitens der Tessiner Kantonspolizei und der zuständigen Spitäler zum Tod des jungen Mannes vor.

Der Tessiner Untersuchungsrichter Giovanni Meli erklärte am Sonntagabend in einer Sondersendung des Tessiner Fernsehens, dass es sich bei den mutmasslichen Tätern um einen aus Kroatien und zwei aus Bosnien stammenden Männern handle. Die beiden aus Bosnien stammenden jungen Männer hätten die Schweizer Staatsbürgerschaft. Der Vater von einem der mutmasslichen Täter drückte in der Sendung den Angehörigen des Opfers sein Beileid aus und sagte, er könne sich die Gewalttat nicht erklären. Sein Sohn sei 18 Jahre alt und im Tessin aufgewachsen.

Stadtpräsidentin Speziali sagte am Samstag umgehend die für das Wochenende geplanten offiziellen Fasnachtsveranstaltungen in der Stadt ab. Der Entscheid erfolgte in Absprache mit dem Karnevalskomitee.

Stattdessen nahmen am Sonntagnachmittag rund 1000 Menschen an einem Trauermarsch von der Piazza Grande zum Regionalspital von Locarno teil. Sie finde keine Worte für diesen Gewaltakt, sagte Speziali. Es bleibe nur der Moment des Schweigens, weil sich in Locarno noch nie ein derart schrecklicher Vorfall ereignet habe. (dapd)

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