St. Gallen: Trauer und offene Fragen nach Tod von Kripo-Chef

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St. GallenTrauer und offene Fragen nach Tod von Kripo-Chef

St. Gallen ist erschüttert über den mutmasslichen Freitod von Kripo-Chef Bruno Fehr. Weggefährten würdigen ihn als einen kompetenten Mann mit einem enormen Wissen.

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Bruno Fehr (rechts) an einer Medienkonferenz in St. Gallen über die abschliessenden Ermittlungen im Fall Ylenia.

Bruno Fehr (rechts) an einer Medienkonferenz in St. Gallen über die abschliessenden Ermittlungen im Fall Ylenia.

Der St. Galler Kripo-Chef Bruno Fehr ist am Freitagmorgen gestorben, wie die Staatskanzlei am Freitagnachmittag mitteilte. Wie das «Tagblatt» aus Polizeikreisen erfahren haben will, hat sich Fehr das Leben genommen. Beim Sicherheits- und Justizdepartement will man sich dazu nicht äussern. Regierungsrat Fredy Fässler sagte am Montag: «Mit Rücksicht auf die Familie werden keine weiteren Angaben gemacht.»

«Wir trauern um einen verdienten Mitarbeiter. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen», heisst es in der Medienmitteilung der Staatskanzlei. Der 57-Jährige leitete während mehr als 20 Jahren die St. Galler Kriminalpolizei. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Fälle des verschwundenen Mädchens Ylenia und der St. Galler Lehrermord.

Nachricht löst Betroffenheit aus

Fehr galt als besonders menschlicher Kripo-Chef und suchte nicht die Öffentlichkeit. Nach seinem Tod sind viele Menschen erschüttert und schockiert. Der St. Galler SVP-Präsident Herbert Huser sagt: «Er war ein sehr kompetenter Mann mit einem enormen Wissen.» Es werde schwierig sein, ihn zu ersetzen.

Auch andere Parteien zeigen sich bestürzt über den Tod Fehrs. «Er hat die Kriminalpolizei geprägt», sagt CVP-Präsident Patrick Dürr. Die SP würdigt ihn als ein verdientes Kadermitglied der St.Galler Kantonspolizei. «Es ist eine menschliche Trägodie. Wir drücken unser Bedauern aus», sagt Präsidentin Monika Simmler.

Die Staatskanzlei hat in ihrer Mitteilung offen gelassen, ob Fehr durch einen Unfall oder Freitod ums Leben kam. Dieser Umstand wirft einige Fragen auf. Zudem stand Bruno Fehr laut Mitteilung in einem «längeren beruflichen Veränderungsprozess». Es war beabsichtigt, dass er von der Kantonspolizei ins Generalsekretariat des Sicherheits- und Justizdepartement wechselt. Am Freitagmorgen hätte ein Gespräch mit der Departementsleitung stattfinden sollen.

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