Germanwings-Absturz: Trauerfeier – auch für Lubitz brennt eine Kerze
Aktualisiert

Germanwings-AbsturzTrauerfeier – auch für Lubitz brennt eine Kerze

1400 Personen sind im Kölner Dom zusammengekommen, um der Opfer des Germanwings-Absturzes zu gedenken. Unter den Gästen waren auch Angela Merkel und Joachim Gauck.

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Am Freitag, 17. April, fand im Kölner Dom eine Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes statt.

Am Freitag, 17. April, fand im Kölner Dom eine Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes statt.

Keystone/Rolf Vennenbernd
1400 Gäste fanden sich im Gotteshaus zusammen.

1400 Gäste fanden sich im Gotteshaus zusammen.

Keystone/AP/Oliver Berg
Unter den Gästen waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck.

Unter den Gästen waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck.

Keystone/AP/Oliver Berg

Mit bewegenden Worten des Trostes ist beim Trauergottesdienst in Köln der Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen gedacht worden. Blosse Worte seien zu schwach, um zu trösten, sagte Kardinal Rainer Woelki bei der ökumenischen Trauerfeier im Kölner Dom.

Aber dass so viele Menschen in diesem Moment Mitleid und Beileid zeigten, «das soll Ihnen Trost sein». Die Hinterbliebenen seien nicht allein «in diesen Stunden der Einsamkeit». Unter den rund 1400 Gästen waren am Freitag auch viele Angehörige.

«Unbegreifliches wurde getan»

«Unbegreifliches ist geschehen. Und Unbegreifliches wurde getan», sagte Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Viele Tränen seien geweint worden, seit es dunkel wurde, «erst in einem Herzen, dann in den Herzen so vieler anderer».

Und so viele Tränen blieben nun ungeweint, Tränen der Freude, der Rührung. «Nie sind wir mehr Mensch, als wenn wir weinen.» Und nie brauche es mehr Menschlichkeit anderer. «Familien, Häuser und Nachbarschaften, Schulen, Dörfer und Städte, ein ganzes Land, ja mehr als nur ein Land rücken zusammen im Aushalten-Müssen und im Begreifen-Wollen.»

Kleine Engel als Tröster

Beim Absturz des Airbus in den französischen Alpen waren auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf am 24. März 150 Menschen ums Leben gekommen. Für jeden von ihnen brannte am Freitag eine weisse Kerze im Kölner Dom.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Copilot das Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht. «Es sind 150 Opfer», hatte Woelki vor dem Gottesdienst betont. Das Urteil über den Copiloten Andreas Lubitz müsse man Gott überlassen.

Kleine Engel sollen den Angehörigen und Helfern der Germanwings-Katastrophe symbolisch Halt und Zuversicht geben. Die Holzengel lagen im Kölner Dom an jedem Platz. Die Engel sollten dazu ermutigen, trotz aller Trauer nach Quellen der Kraft und Bestärkung zu suchen, sagte ein Notfallseelsorger.

Trauerakt mit Gauck

Die zweistündigen Trauerfeierlichkeiten im Dom wurden auf eine Grossleinwand auf dem Vorplatz des benachbarten Hauptbahnhofs sowie in eine Kirche unweit des Doms übertragen.

Bei dem anschliessenden staatlichen Trauerakt wandten sich Bundespräsident Joachim Gauck und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit bewegenden Ansprachen an die Hinterbliebenen.

Bewegende Rede von Gauck

Der Flugzeugabsturz habe die Menschen in Trauer und Schmerz verbunden, sagte Gauck. «Es ist etwas zerstört worden, was in dieser Welt nicht mehr geheilt werden kann. Da ist er wieder, dieser Schock, der uns am 24. März getroffen hat.»

Zu Trauer und Schmerz komme die schreckliche Erkenntnis: «Dieser eine hat die vielen anderen mit in den Tod gerissen, den er für sich selber gesucht hatte. Uns fehlen Worte für diese Tat», sagte Gauck in seiner bewegenden Ansprache.

«Vielleicht ist es ja das, was uns so sehr erschreckt hat: die Sinnlosigkeit des Geschehens. Wir sind konfrontiert mit einer verstörenden Vernichtungstat.» Bei vielen Menschen sei die Trauer in Wut und Zorn umgeschlagen. Unter den insgesamt rund 1400 Trauergästen waren auch Kanzlerin Merkel sowie Vertreter aus Spanien und Frankreich. (sda)

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