Aktualisiert 23.08.2005 14:21

Trauergottesdienst für Frère Roger

Im Beisein von zehntausend Trauergästen aus aller Welt ist im französischen Taizé in einer Totenmesse Frère Roger gedacht worden.

Der Gründer der ökomenischen Gemeinschaft war am Dienstag vor einer Woche erstochen worden.

Der Gottesdienst in der Versöhnungskirche wurde von einem mehrsprachigen Gesang und einer Huldigung des aus Deutschland stammenden Nachfolgers, Frère Alois, eingeleitet.

Dieser bat dabei auch für die Frau um Vergebung, die den 90- jährigen Frère Roger in einem Akt der Verwirrung mit Messerstichen getötet hatte. «Vater verzeih' ihr, sie wusste nicht, was sie tat.»

Der hölzerne Sarg wurde von fünf Taizé-Brüdern, gehüllt in ihre traditionellen weissen Kutten, in das Gotteshaus getragen und im Vorderteil der Kirche aufgebahrt. Ihnen folgte Alois mit einer Gruppe von Kindern.

«Versöhnung der Kirchen»

«Frère Roger hat uns einen Weg eröffnet und führte uns auf diesem Weg mit aussergewöhnlichem Mut», sagte Alois zu der Vision des Taizé-Gründers, unermüdlich und über die Konfessionen hinweg auf eine Versöhnung der christlichen Kirchen hinzuarbeiten.

Der deutsche Kardinal Walter Kasper, der im Vatikan für die Ökumene zuständig ist, setzte daraufhin die Messe für den protestantischen Theologen fort. Frère Roger habe seit seiner Jugend unter der Spaltung der christlichen Kirche gelitten, sagte Kasper.

«Er wollte den ungeteilten Glauben der Kirche leben.» Ein besonderes Anliegen sei ihm dabei die Jugend gewesen, bei der er für viele «wie ein Vater» gewesen sei. Kasper bat um die Aufnahme von Frère Roger in den Himmel, wo er «die perfekte Liturgie Gottes» erleben könne.

Schweizer Anteilnahme

An der Messe, die aus der Kirche auf eine Videoleinwand im Freien übertragen wurde, waren auch die grossen Schweizer Landeskirchen zugegen. Für die Bischofskonferenz nahm Joseph Roduit, Abt des Klosters St. Maurice, an der Trauerfeier teil.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) war vertreten durch den Waadtländer Synodalrat Antoine Reymond. Die Bundesbehörden hatten Pierre Chabloz vom Generalkonsulat in Lyon an die Trauerfeier entsandt.

(sda)

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