Aktualisiert

Femizid in Netstal GL Trauernde zünden Kerzen an und legen Blumen für getötete K. C. (30) nieder

In der Nacht auf Samstag wurde die 30-jährige K. C.* Opfer eines Femizids. Die Bankangestellte war in der tibetischen Community sehr aktiv.

von
Noah Knüsel
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Femizid-Opfer K. C. (30) war in der tibetischen Community sehr aktiv. 

Femizid-Opfer K. C. (30) war in der tibetischen Community sehr aktiv.

privat
So engagierte sie sich etwa im Vorstand der Tibetergemeinschaft Glarus. Dort war sie auch Tanzlehrerin. 

So engagierte sie sich etwa im Vorstand der Tibetergemeinschaft Glarus. Dort war sie auch Tanzlehrerin.

20min / nk
Am Samstagnachmittag legen Trauernde Blumen nieder und zünden Kerzen für die Getötete an.

Am Samstagnachmittag legen Trauernde Blumen nieder und zünden Kerzen für die Getötete an.

20min / nk

Darum gehts

  • In der tibetischen Community trauert man um Femizid-Opfer K. C.

  • Am Samstagnachmittag legten Angehörige Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

  • K. engagierte sich in der Community: Sie war im Vorstand der Tibetergemeinschaft Glarus.

In Netstal kam es am frühen Samstagmorgen zu einem Femizid. Laut der Kantonspolizei Glarus befanden sich gegen 1 Uhr ein Mann und eine Frau mit tibetischen Wurzeln auf dem Parkplatz beim Alterswohnheim Bruggli. Aus noch ungeklärten Gründen sei es zu mehreren Schussabgaben gekommen: «Dabei wurde die 30-jährige Frau im Auto tödlich getroffen.»

Am Samstagnachmittag legten Trauernde Blumen nieder und zündeten Kerzen für die Getötete an. Rund ein Dutzend Personen versammelten sich in schwarzer Trauerkleidung, die Stimmung war gedrückt. «Forever in our hearts», steht auf einer der Kerzen.

Aktiv in Community

Wie eine Bekannte der Familie gegenüber 20 Minuten bestätigt, handelt es sich beim Femizid-Opfer um K. C. Die Bankangestellte war in der tibetischen Community sehr aktiv: So engagierte sie sich etwa im Vorstand der Tibetergemeinschaft Glarus. Dort war sie auch Tanzlehrerin.

C. war zudem politisch aktiv: «Eines unserer Ziele ist es, auf die Missstände in Tibet aufmerksam zu machen und uns für die Menschenrechte einzusetzen», sagte sie in einem Beitrag für den Geschäftsbericht ihrer Bank. Man solidarisiere sich mit seinen Landsleuten und kämpfe für mehr Rechte und Freiheiten in Tibet.

Altersheim-Bewohnerinnen und -Bewohner hörten Schüsse

In der Nachbarschaft ist man schockiert über die Tat: «Das ist eine sehr ruhige Gegend, in der sehr viele Kinder wohnen», so eine Anwohnerin. «Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.» Auch eine Angestellte des Alterszentrums Bruggli sagt: «Das ist natürlich ein grosses Thema im Altersheim.» Einige Bewohnerinnen und Bewohner hätten sogar die Schüsse mitbekommen.

Laut der Polizei habe sich der 27-jährige mutmassliche Täter gestellt: «Er konnte vor Ort widerstandslos verhaftet werden.» Hintergründe und Motiv des mutmasslichen Beziehungsdelikts werden durch die Staatsanwaltschaft Glarus in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei untersucht.

*Name der Redaktion bekannt

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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