Aktualisiert 20.07.2005 13:42

«Traumjob»: BAKOM sieht Schleichwerbung

Die SRG hat in der Fernsehsendung «Traumjob» gegen die Werbe- und Sponsoringvorschriften verstossen, weil sie Werbung unzureichend als solche deklarierte.

Sie gewährte dem Hotel Victoria-Jungfrau Schleichwerbung und machte dessen Sponsoring nicht ausreichend transparent, wie das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) in einem Aufsichtsentscheid festhält.

Wie das BAKOM am Mittwoch mitteilte, hat die SRG gleich zwei Mal die Sponsoringbestimmungen des Radio- und Fernsehgesetzes verletzt. Sie hat es im Urteil der Aufsichtsbehörde unterlassen, das Sponsoring der Sendung durch das Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken transparent genug darzustellen. Gemäss Gesetz müssen Sponsoren von Fernsehsendungen jeweils zu Beginn wie auch am Schluss der gesponserten Sendung klar benannt werden. Die SRG liess sich vom Hotel zahlreiche Übernachtungen offerieren, verdankte dieses Verhältnis aber nur in der dritten Folge der Sendung im Abspann.

Zudem muss sich die SRG vorhalten lassen, dem Hotel Schleichwerbung ermöglicht zu haben. In einer Sendung sei ein zweieinhalbminütiger Bericht ausgestrahlt worden, in dem das Hotel den Zuschauern seine Vorzüge habe präsentieren können. Das Gesetz verbiete es aber, in gesponserten Sendungen werbliche Aussagen für die Produkte und Dienstleistungen des Sponsors zu machen. Keine Anhaltspunkte auf Gesetzesverstösse fand das BAKOM in einem zweiten untersuchten Fall, dem Verhältnis von «Traumjob» zu Swisscom Mobile.

Die SRG muss nun bis zum kommenden 15. September dem BAKOM darlegen, was sie zu tun gedenkt, um die festgestellten Rechtsverletzungen in Zukunft zu verhindern. Sie hat aber auch noch die Möglichkeit, die Verfügung des BAKOM beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation anzufechten. Ob sie dies tun wird, liess sie am Mittwoch vorerst offen. Man wolle den Aufsichtsentscheid zuerst genau analysieren, sagte SRG-Sprecher Simon Meyer.

(dapd)

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