Aktualisiert 18.09.2014 07:47

Britin beim IS

«Traumjob, Terroristen-Ärztin»

Eine britische Medizinstudentin posiert auf ihrem Twitter-Account mit einem abgetrennten Kopf. Sie soll sich im syrischen Raqqa dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben.

von
cfr

Eine 21-jährige angehende britische Ärztin posiert auf ihrem Twitter-Account mit einem abgetrennten Kopf. Sie trägt einen weissen Arztkittel über der Burka. Daneben steht der Spruch: «Traumjob, Terroristen-Ärztin». Zwei Kinder starren auf den enthaupteten Männerkopf. Twitter hat den Account der jungen Frau, die sich «Mujahidad Bint Usama» nennt, mittlerweile gesperrt, berichtet die «International Business Times».

Zuvor hatte Mujahidad Fotos von toten Soldaten und den 9/11-Angriffen getwittert. Ihr Account hatte über 800 Follower, so die britische «Daily Mail». Ihren Namen hat Mujahidad Bint Usama wohl selbst gewählt, wahrscheinlich als Reverenz an den getöteten Al-Kaidaführer Osama Bin Laden, denn: Bint heisst «Tochter von».

Bordelle für Dschihadisten

Bint Usama gehört laut «Daily Mail» zu einer Gruppe weiblicher Dschihadisten, der Al-Khanssaa-Brigade. Diese soll sich im syrischen Raqqa als Polizei aufspielen und «unislamisches Verhalten» von Frauen bestrafen. Auch eine weitere 20-jährige Britin soll bei der Gründung der Brigade eine Rolle gespielt haben.

Laut dem britischen «Mirror» soll die Brigade in Raqqa zudem Bordelle für Dschihadisten betreiben. So sollen sie im Irak gefangengenommene jesidische Frauen zur Prostitution mit IS-Kämpfern zwingen. Der Think Tank Middle East Media Research Institution (Memri) bestätigt, dass eine massive ethnische Sexversklavung stattfinde. Ein Report von Memri besagt: «Als sie grosse Teile des Nordiraks eroberten, nahmen IS-Kämpfer viele jesidische Frauen gefangen, um diese zu verkaufen und als Sexsklaven zu missbrauchen.»

IS-Unterstützer vor Gericht

Wegen Rekrutierungsversuchen für die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat die US-Justiz einen US-Bürger jemenitischen Ursprungs angeklagt. Dem 30-jährigen Mann, Mufid Elfgeeh, wird vorgeworfen, 2013 und Anfang 2014 zwei Informatiker, die für die Bundespolizei FBI arbeiteten, für die Extremisten im Irak und Syrien angeworben zu haben.

Zudem habe er einem Mann im Jemen 600 Dollar zukommen lassen, damit sich dieser in Syrien dem Kampf des IS anschliesse, teilte das Justizministerium in Washington mit. Dem Angeklagten aus Rochester im US-Staat New York wird weiter vorgeworfen, die Ermordung von US-Soldaten geplant zu haben, die aus dem Irak zurückkehrten.Er soll im Besitz von zwei Schusswaffen mit Schalldämpfer gewesen sein. Über seine Absicht soll der Verdächtige im Mai mit einem der beiden Informatiker gesprochen haben, teilte das Justizministerium weiter mit.

«Wir wollen solche Aktivitäten im Keim ersticken, bevor sich die IS-Sympathisanten in die Region begeben oder Sympathisanten rekrutieren», erklärte Justizminister Eric Holder.

Auch im französischen Meyzieu bei Lyon sind sechs Personen, zwei davon Minderjährige, verhaftet worden. Sie sollen Dschihadisten für Syrien rekrutiert haben (sda).

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