TV-Kreuzer: «Traumschiff» wegen Brand evakuiert
Aktualisiert

TV-Kreuzer«Traumschiff» wegen Brand evakuiert

Auf der «MS Deutschland» ist bei einem Hafenaufenthalt in Norwegen ein Brand ausgebrochen. An Bord befanden sich 607 Menschen.

Evakuiert wegen eines Feuers an Bord. Die «MS Deutschland» im Hafen von Eidfjord.

Evakuiert wegen eines Feuers an Bord. Die «MS Deutschland» im Hafen von Eidfjord.

Das Feuer entstand am Sonntag im Maschinenraum des 175 Meter langen Luxus-Liners, der als Fernseh-«Traumschiff» berühmt wurde. Die insgesamt 607 Menschen an Bord wurden evakuiert, wie ein Sprecher der Einsatzkräfte vor Ort, Per Fjeld, sagte. Keiner der Passagiere sei verletzt worden. Während die Evakuierung des Schiffes reibungslos und ohne Panik verlief, konnte der Brand im Maschinenraum erst am Abend endgültig gelöscht werden.

Die 364 Passagiere wurden in einem Hotel der norwegischen Hafenstadt Eidfjorden untergebracht, wie der Reederei-Sprecher mitteilte. Sie sollten am Montag über Bergen oder Oslo nach Hamburg geflogen werden. Eigentlich sollte die «MS Deutschland» am Sonntagabend Kurs auf Hamburg nehmen und am Dienstag dort eintreffen.

Die Ursache des Brandes, der nach Angaben des Sprechers zwischen 12.00 und 13.00 Uhr ausbrach, war zunächst unklar. Dank der Brandschutztüren habe es sich nicht ausgebreitet. Experten untersuchten nun, wieso das Feuer habe entstehen können. Erst wenn dies geklärt sei, nehme das Schiff den normalen Betrieb wieder auf. «Sicherheit geht bei uns vor», sagte der Sprecher.

Grosse Rauchentwicklung

An Bord des als «schwimmendes 5-Sterne-Hotel» geltenden Luxus-Liners befanden sich 364 Passagiere, 241 Besatzungsmitglieder und zwei Lotsen. Einige Crew-Mitglieder befänden sich noch an Bord, sagte Sprecher Fjeld.

Augenzeugin Borghild Vik, die in einem Hotel in Eidfjorden arbeitet, berichtete, sie habe grosse Rauchwolken gesehen, die sich später aber verflüchtigt hätten. Die evakuierten Passagiere seien vorerst in Hotels gebracht worden. Es stünden Busse und Schiffe bereit, um sie, falls nötig, weiterzubefördern.

Die «MS Deutschland», ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Peter Deilmann, war auf einer einwöchigen Fjord-Reise. Sie sollte eigentlich am Abend Kurs auf Hamburg nehmen, dort am Dienstag eintreffen und sich dann wieder auf den Weg in Richtung England/Schottland machen. (sda/dapd)

«MS Deutschland»

Das Kreuzfahrtschiff «MS Deutschland» kennen Millionen als das ZDF-«Traumschiff». Die Serie wird seit 1999 auf dem Flaggschiff der Reederei Peter Deilmann aus Neustadt/Holstein gedreht. In dem «schwimmenden Grandhotel» verwickeln sich immer wieder neue Gaststars als Passagiere in Episoden, die oft nur mit Hilfe der Schauspieler-Besatzung zu einem Happy End geführt werden können. Die «MS Deutschland» ist bereits das vierte «Traumschiff». Auf ihr soll die Erfolgsserie bis mindestens 2014 fortgesetzt werden. Seit 2007 ist das Schiff ausserdem Drehort für die ZDF-Serie «Kreuzfahrt ins Glück».

Die «MS Deutschland» wurde von der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel gebaut, hat umgerechnet rund 110 Millionen Euro gekostet und lief am 16. Mai 1998 zur ihrer Jungfernkreuzfahrt in Richtung Norwegen aus. Das einzige Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge ist 175 Meter lang und 23 Meter breit und hat einen Tiefgang von 5,80 Meter. Laufen alle vier Hauptmotoren, erreicht das Schiff eine maximale Reisegeschwindigkeit von 21 Knoten. Das sind knapp 40 Stundenkilometer. Die Gesamtleistung beträgt 16 755 PS.

Das Fünf-Sterne-Schiff bietet auf zehn Decks - davon acht für die Passagiere - Platz für 294 Kabinen. Es gibt unter anderem einen Salzwasserpool an Deck, einen Innenpool, drei Restaurants, ein Kino, eine Bibliothek und einen Golfplatz. 280 Crewmitglieder betreuen bis zu 520 Passagiere. Das Einsatzgebiet der «MS Deutschland» ist die ganze Welt. Traditionell befährt das Schiff in den Sommermonaten die Norwegischen Fjorde und die Ostsee. Während im Frühjahr und im Herbst gewöhnlicherweise Ziele im Mittelmeer und die Kanarischen Inseln angesteuert werden, sind im Winter meist Ziele wie Asien, Südafrika und die Karibik im Angebot. (AP)

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