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Kurioses GesetzTraumvilla für 16 Dollar ergattert

Andere Länder, andere Gesetze. Dank solcher hat sich der Amerikaner Kenneth Robinson eine Villa für 16 Dollar unter den Nagel gerissen.

von
fis

Die Waterfront Drive ist eine der besseren Gegenden von Flower Mound im US-Bundesstaat Texas. Dort lebt seit kurzem Kenneth Robinson. Eigentlich könnte er sich nicht einmal ein Gartenhäuschen leisten und jetzt sitzt er in einer 330 000-Dollar-Villa.­ Den Nachbarn passt das nicht, sie finden: So einer passt doch nicht zu uns. «Das ist doch bloss ein Hausbesetzer», so Leigh Lowrie gegenüber einem lokalen TV-Sender. Und im Prinzip hat sie recht. Aber Robinson ist halt ein schlauer Hausbesetzer.

Die Geschichte läuft so: In Texas gilt noch heute eine Regelung aus dem 19. Jahrhundert. Sie heisst Adverse Possession. Sie sollte sicherstellen, dass verlassene Gebäude vor dem Verfall geschützt sind. Und die Villa mit der Hausnummer 2205 steht seit einem Jahr leer, weil der Besitzer pleite ging. Robinson hat für 16 Dollar Bearbeitungsgebühr ein Formular beim Gericht von Devon County eingereicht und darf nun legal darin wohnen. Davon ist er überzeugt.

Die Bank und ihre Gläubiger könnten noch versuchen, Robinson aus dem Haus zu jagen. Bisher ist das aber nicht geschehen. «Ich muss noch drei Jahre hier wohnen, dann kann ich die Besitzrechte beantragen», so der Hobbyjurist. Solange muss er aber ohne fliessendes Wasser und Strom hausen, was ihm «völlig egal» ist. Um sich finanziell über Wasser zu halten, will er künftig Seminare abhalten. Inhalt: Wie wende ich das Adverse-Possession-Gesetz an?

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