Aktualisiert 23.01.2015 17:32

1215 Nashörner tot

Trauriger Wilderei-Rekord in Südafrika

Noch nie wurden so viele Rhinozerosse wegen ihrer Hörner getötet wie im vergangenen Jahr. Der WWF spricht von einer Zunahme von über 20 Prozent.

von
cho
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2014 fielen in Afrika 1215 Nashörner Wilderern zum Opfer. Es ist die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnung 2007. Auch andere Tiere gehören laut der WWF Tier-Bilanz 2014 zu den Verlierern...

2014 fielen in Afrika 1215 Nashörner Wilderern zum Opfer. Es ist die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnung 2007. Auch andere Tiere gehören laut der WWF Tier-Bilanz 2014 zu den Verlierern...

Keystone/Riaan Kotze / Inkwe Valley Game Lodge / ho
Etwa auch die niedlichen Lemuren: Gemäss der Tier-Bilanz des WWF sind 94 Prozent des Lemurenarten akut gefährdet, mindestens eine Art davon ist gar «vom Aussterben bedroht». Schuld daran ist die Zerstörung ihres Lebensraums und Wilderei.

Etwa auch die niedlichen Lemuren: Gemäss der Tier-Bilanz des WWF sind 94 Prozent des Lemurenarten akut gefährdet, mindestens eine Art davon ist gar «vom Aussterben bedroht». Schuld daran ist die Zerstörung ihres Lebensraums und Wilderei.

Keystone/AP/Nati Harnik
Weil der Elfenbeinhandel weltweit floriert, gehören auch sie zu den Verlierern des Jahres: Afrikanische Elefanten. «Die Zahl der gewilderten Tiere liegt seit 2010 zum vierten Mal in Folge über der natürlichen Reproduktionsrate», warnt der WWF. Einzelne Populationen seien bereits vom Aussterben bedroht.

Weil der Elfenbeinhandel weltweit floriert, gehören auch sie zu den Verlierern des Jahres: Afrikanische Elefanten. «Die Zahl der gewilderten Tiere liegt seit 2010 zum vierten Mal in Folge über der natürlichen Reproduktionsrate», warnt der WWF. Einzelne Populationen seien bereits vom Aussterben bedroht.

Keystone/Jon Hrusa

Wilderer haben im vergangenen Jahr in Südafrika 1215 Nashörner getötet. Damit wurde der bisherige Höchststand von 1004 getöteten Tieren von 2013 nochmals um gut 20 Prozent übertroffen. Die Zahl der getöteten Tiere ist in den vergangenen Jahren kontinuerlich gestiegen.

Noch 2010 wurden 333 Tiere von Wilderern getötet. «Die Nashorn-Wilderei breitet sich im südlichen Afrika wie ein Flächenbrand immer weiter aus», kommentierte WWF-Artenschutz-Experte Arnulf Köhncke die neue Statistik des südafrikanischen Umweltministeriums.

Für Schwarzmarkt in Asien

Wilderer verkaufen die Hörner der Tiere mit grossem Gewinn nach Asien, insbesondere nach Vietnam, wo sie in der traditionellen Medizin verarbeitet werden.

Mehr als zwei Drittel der Tiere wurden im auch bei Touristen sehr beliebten Krüger-Nationalpark getötet, wie das Umweltministerium am Donnerstag mitteilte.

Der Krüger-Park, dessen Grösse etwa der Fläche Israels entspricht, grenzt an Mosambik. Südafrikanischen Beamten zufolge kommen die meisten Wilderer über die offene Grenze in den Park und fliehen dann nach dem Erlegen der Tiere mit dem Horn wieder nach Mosambik, wo sie nicht belangt werden. Südafrika hat bereits ein Programm gestartet, das Nashörner in sicherere Gebiete umsiedelt. (cho/sda)

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