Astroworld - Travis Scott und Drake werden auf 750 Millionen Dollar verklagt
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AstroworldTravis Scott und Drake werden auf 750 Millionen Dollar verklagt

Die Tragödie um die Massenpanik beim Astroworld Festival könnte die beiden Rapper teuer zu stehen kommen: Ein Anwalt fordert Schadenersatz für über 125 Klägerinnen und Kläger.

von
Saskia Sutter
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Das oben ist Travis Scott (30) während seiner Performance am Astroworld Festival 2021. 

Das oben ist Travis Scott (30) während seiner Performance am Astroworld Festival 2021.

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Während Travis Scotts Auftritts brach eine Massenpanik aus, die für zehn Menschen tödlich endete. Das jüngste der Opfer ist ein neunjähriger Junge. 

Während Travis Scotts Auftritts brach eine Massenpanik aus, die für zehn Menschen tödlich endete. Das jüngste der Opfer ist ein neunjähriger Junge.

Getty Images/Gary Miller
Rund 50’000 Fans besuchten das Festival, davon wurden mehr als 300 verletzt.

Rund 50’000 Fans besuchten das Festival, davon wurden mehr als 300 verletzt.

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Darum gehts

  • Beim Astroworld-Festival von Musiker Travis Scott brach eine Massenpanik aus, die zehn Menschen das Leben kostete.

  • Jetzt sieht sich der Rapper mit einer Sammelklage über 750 Millionen Dollar konfrontiert.

  • Diese reichte der US-Rechtsanwalt Tony Buzzbee stellvertretend für über 125 Klägerinnen und Klägern beim Houston Civil Court ein.

  • Die Liste der Angeklagten ist lang: darunter sind Scott, sein Rap-Kollege Drake, die Veranstalter Live Nation, Apple und das Label Epic Records zu finden.

Zehn Menschen starben beim Konzert des Rappers Travis Scott (30) an dessen Astroworld Festival am 5. November. Eine Tragödie, die für den Musiker weitreichende Konsequenzen haben wird. Am Dienstag reichte US-Anwalt Tony Buzzbee beim Houston Civil Court eine Sammelklage auf über 750 Millionen Dollar ein. Sie steht für mehr als 125 Klägerinnen und Kläger, die bei dem Event psychisch oder physisch verletzt wurden.

«Dieses Konzert war von Anfang an zum Scheitern verurteilt», so Buzbee, dessen Team zuvor Dutzende von Aussagen sammelte und Videomaterial in Stundenlänge sichtete. Weiter stellt er klar: «Kein Geldbetrag kann menschliches Leben ersetzen.»

Der geforderte Betrag umfasse einen Schadenersatz, um alle, die an Streaming, Werbung, Organisation und Durchführung des Konzerts beteiligt waren, zu strafen. Weiter wolle man an ihnen ein Exempel statuieren, damit diejenigen, die sich auch in Zukunft noch an solchen Aktivitäten beteiligen, dazu bewogen werden, die Sicherheit des Publikums an erste Stelle zu setzen. Ausserdem werde ein Teil der 750 Millionen Dollar dazu verwendet, die Behandlungskosten für die körperlichen und geistigen Schäden der Opfer und deren Familien zu decken.

Fan stirbt, die Musik dröhnt weiter

Zu den Klägerinnen und Klägern gehört die Familie des 21-jährigen Axel Acosta, der einer von den zehn Besucherinnen und Besucher war, die den Auftritt Scotts nicht überlebten. Anwalt Buzzbee, der die Acostas vertritt, geht in der Klage spezifisch auf den Tod von Axel ein. Dieser erlitt einen Herzinfarkt, weil er von der in Panik geratenen Menge zerquetscht wurde. «Als Axel zusammenbrach, wurde er von denen zertrampelt, die dagegen ankämpften, selbst zerquetscht zu werden. Als er dort unter einer Masse von Menschen im Sterben lag, dröhnte die Musik fast vierzig Minuten lang weiter.»

«Axel Acosta liebte Travis Scott und die anderen Künstler beim Astroworld Festival - doch das Gefühl beruhte nicht auf Gegenseitigkeit», so der Anwalt. Weiter wird darauf verwiesen, dass der «Sicko Mode»-Interpret schon in der Vergangenheit bei seinen Auftritten für Ausschreitungen gesorgt hat. Screenshots seiner Social-Media-Posts aus den vergangenen Jahren, in denen er blutverschmierte und ohnmächtige Fans zeigt, wurden ebenfalls beigefügt, wie Fox Business berichtet.

Auch Drake könnte es an den Kragen gehen

In der Klage wird ausserdem Drake (35) erwähnt, der als Überraschungsgast gemeinsam mit Scott auf der Bühne stand. Aufnahmen von Fans zeigen den Rapper bei seinem Auftritt, nachdem ein Rettungswagen bereits vor Ort war, um den verletzten Konzertbesucherinnen und -besuchern zu helfen. Zu den weiteren Angeklagten gehören das Unternehmen Apple, welches das Konzert live sendete, die Event-Organisation Live Nation und Scotts Musiklabel Epic Records.

Nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Festivals lassen den Rapper ihre Konsequenzen spüren: Auch der Sportartikelhersteller Nike, der seit fünf Jahren gemeinsam mit Scott Schuhe konzipiert, hat reagiert. Der Verkaufstermin fürs nächste Release wurde «aus Respekt vor allen, die von den tragischen Ereignissen betroffen sind», verschoben.

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