06.04.2020 16:04

Warmes Wetter

Treffen von Auto-Tunern nerven Anwohner

Der Corona-Lockdown lässt Schweizer Auto-Tuner unbeeindruckt. Vor allem Waschanlagen sind beliebte Treffpunkte. Die Polizei musste mehrfach ausrücken.

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obr/gwa
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PET-Flaschen, Karton und Plastikgüsel: Als ein Leser-Reporter am Montag zur Arbeit ging, fand er auf dem Firmenparkplatz viel Abfall.

PET-Flaschen, Karton und Plastikgüsel: Als ein Leser-Reporter am Montag zur Arbeit ging, fand er auf dem Firmenparkplatz viel Abfall.

Leser-Reporter
Der Parkplatz unserer Firma war am Freitag noch sauber. Am Montag traf mich fast der Schlag», so der Leser-Reporter. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Autowaschanlage, die offenbar die Tuner aus der Region anzieht.

Der Parkplatz unserer Firma war am Freitag noch sauber. Am Montag traf mich fast der Schlag», so der Leser-Reporter. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Autowaschanlage, die offenbar die Tuner aus der Region anzieht.

Leser-Reporter
Auch die Kantonspolizei St.Gallen war bei Autowaschanlagen im Einsatz. Rund 30 hat sie am Wochenende kontrolliert. Einige Anlagen mussten geschlossen werden.

Auch die Kantonspolizei St.Gallen war bei Autowaschanlagen im Einsatz. Rund 30 hat sie am Wochenende kontrolliert. Einige Anlagen mussten geschlossen werden.

Leser-Reporter

«Der Parkplatz unserer Firma war am Freitag noch sauber. Am Montag traf mich fast der Schlag», sagt ein Leser-Reporter. Kunden einer benachbarten Autowaschanlage hätten es sich offenbar auf dem Parkplatz in Niederuzwil SG gemütlich gemacht.

«Jetzt liegt überall Abfall herum: PET-Flaschen, Plastikverpackungen oder auch Bierdosen und kaputte Glasflaschen», so der Leser-Reporter weiter. Auch gebrauchte Kondome seien nahe des Platzes gefunden worden.

Mehrere Waschanlagen geschlossen

«Der Parkplatz liegt in einem Industriegebiet und ist etwas abgelegen. Zudem liegt er nahe bei der Autobahn», sagt der Leser-Reporter. Womöglich sei er deshalb beliebt als Treffpunkt unter Autofahrern.

Doch nicht nur bei der Autowaschanlage in Niederuzwil gab es am Wochenende Ärger. «Wir haben rund 30 Autowaschanlagen kontrolliert», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Mehrere seien geschlossen worden.

Kontrollen bei Autoposern

Der Verkehr auf den Schweizer Strassen hat spürbar abgenommen, wie mehrere Kantonspolizeien bestätigen. Dies offenbar zur Freude von Auto-Protzern. Die Kantonspolizei Aargau hat das Wochenende verstärkt Kontrollen im Strassenverkehr durchgeführt und dabei gezielt einen Schwerpunkt auf Schnellfahrer sowie die Tunerszene gesetzt, wie sie schreibt: «Die mehrheitlich wenig befahrenen Strassenabschnitte luden zahlreiche Verkehrsteilnehmer ein, dies für ihre Fahrten zu nutzen.»

Insgesamt wurden laut Mitteilung zwanzig Autofahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit verzeigt. Einer der Lenker war mit 209 km/h auf der Autobahn A1 bei Spreitenbach AG unterwegs. Zusätzlich kam es zu zehn Verzeigungen wegen Zuwiderhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz wie etwa Verursachen von Lärm oder Unnötiges Umherfahren.

300 Personen auf Rastplatz

In der Ostschweiz drehten die Autoliebhaber ebenfalls ihre Runden: «Die Thurgauer Kantonspolizei hat über das vergangene Wochenende im Raum Romanshorn mehrere Anzeigen wegen unnötigen Hochdrehens von Motoren ausgesprochen», sagt Mediensprecher Matthias Graf auf Anfrage. Dass die Auto-Tuner mit ihren schönen und lauten Autos nun Ausfahrten unternehmen, ist laut Graf saisonal bedingt.

Auch darüber hinaus scheinen sich die Tuner nicht um behördliche Anweisungen zu scheren: In der Nacht auf Sonntag musste die Polizei zur Autobahnraststätte Würenlos AG ausrücken, wo sich kurz nach Mitternacht eine grosse Menschenansammlung von geschätzt 300 Personen aufhielt. Der Rastplatz musste für über 45 Minuten geschlossen werden.

Auch die Stadtpolizei Zürich hatte mit Autofans zu tun: «Am späten Samstagabend kam es im Bereich der Waid zu einem Autohotspot, den die Stadtpolizei auflösen musste», teilte diese mit. Diverse Personen hätten sich dort getroffen, um ihre Autos zu präsentieren. Die Fahrer standen dabei in Gruppen zusammen und hielten den Mindestabstand nicht ein.

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